Zweiter Evaluierungsbericht zum Strukturierten Dialog in Deutschland veröffentlicht

Kein anderer Bereich der (internationalen) Jugendbildungsarbeit wurde in den letzten Jahren so konsequent evaluiert wie die EU-geförderten Projekte im Strukturierten Dialog als Teil der EU-Jugendstrategie.

Der vorliegende Bericht untersucht die zweite Phase der Umsetzung des Strukturierten Dialogs in Deutschland (2014-15). Die Forschungsgruppe Jugend und Europa am C·A·P evaluiert die Umsetzung des Strukturierten Dialogs in Deutschland im Rahmen der EU-Jugendstrategie (2010-2018) im Auftrag des BMFSFJ.

Der Strukturierte Dialog will den Austausch und Dialog zwischen jungen Menschen und politischen Entscheidungsträgern fördern und Jugendliche aktiv in die Gestaltung europäischer Politik einbeziehen. Er orientiert sich an den Themen und Anliegen der EU-Jugendstrategie.

Wie bereits im Evaluierungsbericht zur ersten Phase der Umsetzung des Strukturierten Dialogs (2010-2013) (siehe NEWS) waren auch diesmal alle evaluierten Projekte durch Erasmus+ JUGEND IN AKTION, Leitaktion 3, gefördert worden.

Außerdem gab es eine teilnehmende Beobachtung bei zentralen bundesweiten Veranstaltungen:

  • JuPiD – Jugend und Politik im Dialog,
  • Deutschsprachiges Vernetzungstreffen zum Strukturierten Dialog,
  • Auftaktveranstaltung der Jugendstrategie „Handeln für eine jugendgerechte Gesellschaft" (2015 - 2018).

Vor dem Hintergrund der Frage nach Mehrwert und Verstetigung nimmt die Evaluierung hierzu die Perspektiven Jugendlicher und die Einschätzung der Projektträger in den Fokus. Sie untersucht, auf welche Weise die Projekte des Strukturierten Dialogs Jugendliche zur aktiven Mitwirkung in ihrem gesellschaftspolitischen Umfeld befähigen, wie es den Projekten gelingt, politische Akteure und politische Instanzen in den Dialog einzubeziehen und wie ein nachhaltiger Transfer der Ergebnisse von der Dialog- auf die Handlungsebene erfolgen kann. Die Ergebnisse der vorliegenden Untersuchung tragen dazu bei, Rückschlüsse für die Weiterentwicklung des Strukturierten Dialogs in Deutschland abzuleiten.

Die Bilanz zum Politikansatz der EU fällt seitens der beteiligten Akteure weitgehend positiv aus. Insbesondere ist im Vergleich zur ersten Phase des Dialogs in vielerlei Hinsicht ein klarer Mehrwert zu verzeichnen: Die Einordnung lokaler Projekte in den größeren Zusammenhang der EU-Jugendstrategie wurden von Projektverantwortlichen kreativ aufgegriffen und Jugendliche finden über die Projekte einen aktiven Zugang zur (europäischen) Politik. Zugleich betonen viele Teilnehmende Verbesserungsmöglichkeiten im Bereich der Verstetigung des Dialogs, etwa wenn es um die nachhaltige Einbindung von Politikern und Politikerinnen und ein klares Feedback auf die im Dialog erarbeiteten Vorschläge und Ideen geht.

Hierzu haben die Verfasserinnen die Sichtweisen der relevanten Akteure im Strukturierten Dialog systematisch erfasst und ausgewertet. So kommen jugendliche Teilnehmende wie auch Projektverantwortliche und involvierte Entscheidungsträger zu Wort. Kernfrage ist dabei, wie es gelingt, in Deutschland einen wirkungsvollen und nachhaltigen Dialog zwischen Politik und der jungen Generation zu befördern. Beim Strukturierten Dialog geht es darum, lokale und regionale Themen mit der EU-Jugendpolitik zu verknüpfen und Jugendliche zur aktiven gesellschaftspolitischen Mitwirkung in ihrem Umfeld zu befähigen.

Yvonne Buchalla, Fachreferentin für die Leitaktion 3 bei JUGEND für Europa, teilt die Einschätzung der Evaluatoren zur projektorientierten Durchführung des Strukturierten Dialogs. Dieser würde den Zugang für junge Menschen erleichtern. Sie betont, dass die über Erasmus+ JUGEND IN AKTION geförderten Projekte nicht nur (politische) Beteiligung Jugendlicher ermöglichten und dabei zum Teil nachhaltige Partizipationsstrukturen schafften. Die Projekte stärkten außerdem die Jugendlichen und böten ihnen einen geschützten Raum, in dem "Partizipation und Politik Lernen/Verstehen" möglich sei - und dies verknüpft mit ihren eigenen Interessen vor Ort.

Buchalla unterstützt die vielen, im Evaluierungsbericht genannten Punkte, an denen Verbesserungen möglich und nötig seien. Diese seien als "zentrale Qualitätskriterien" bei den Vernetzungstreffen der deutschen Projektträger bereits während der Laufzeit des Vorläuferprogramms zu Erasmus+ diskutiert und bearbeitet worden. Auch beim ersten deutschsprachigen internationalen Vernetzungstreffen im letzten Jahr standen viele dieser Punkte im Mittelpunkt der Diskussion. Die existierende Förderstrategie, die auf der gemeinsam mit dem DBJR entwickelten Umsetzungsstrategie für den Strukturierten Dialog aufbaue, greife ebenfalls einige dieser Punkte auf.

Vor dem Hintergrund der Begutachtung von eingereichten Projektanträgen und Schlussverwendungsnachweise sieht Buchalla einen kontinuierlichen Verbesserungsbedarf und einen weiteren Ausbau der Unterstützung der Projektträger bei

  • der Verbindung der Projekte mit dem europäischen Prozess
  • der Schärfung einer europäischen Dimension der Projekte 
  • der Gestaltung von Follow-up und Feed-back.

Der Bericht als Download

Informationen zum Förderinstrument Leitaktion 3, Erasmus+ JUGEND IN AKTION

Forschungsgruppe Jugend und Europa am C·A·P, JUGEND für Europa

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