Zukünftige Herausforderungen für junge Menschen: Die Neuausrichtung der Jugendpolitik in Europa ist auf dem Weg

Allein in Deutschland formulierten unter dem diesjährigen Motto „Zukünftige Herausforderungen für junge Menschen" mehr als 2.000 junge Leute ihre Wünsche und Forderungen für zukünftige jugendpolitische Leitlinien.

via JUGEND für Europa

Vor dem Hintergrund einer Neuausrichtung der Europäischen Jugendpolitik im kommenden Jahr bot die diesjährige Europäische Jugendwoche eine geeignete Plattform für junge Menschen in Deutschland, sich über ihre Wünsche und Erwartungen zu diesem Thema auszutauschen. Die Nationalagentur JUGEND für Europa, der Deutsche Bundesjugendring (DBJR) und Eurodesk Deutschland hatten im Jugendbereich tätige Träger dazu aufgerufen, sich mit Projekten auf lokaler Ebene an diesem Konsultationsprozess zu beteiligen. Insgesamt formulierten 2.000 Jugendliche in 40 verschiedenen Projekten ihre Ideen und Prioritäten für eine zukünftige europäische Jugendpolitik. Im Anschluss an die Europäische Jugendwoche waren zudem Vertreter aus allen beteiligten Projekten eingeladen, sich bei einem nationalen Auswertungstreffen untereinander auszutauschen und die Ergebnisse des bundesweiten Konsultationsprozesses nochmals zu diskutieren.

Die Jugendlichen machten sowohl im Rahmen der Konsultation als auch bei dem nationalen Auswertungstreffen detaillierte Vorschläge. Im Bezug auf die Beschäftigung junger Menschen steht die europaweite Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit unangefochten an Platz eins der geäußerten Forderungen. Insgesamt wird eine Verbesserung der Schul- und Ausbildungssysteme in Europa als Grundlage für Beschäftigung und soziale Sicherheit angesehen und sollte nach Meinung der Jugendlichen höchste Priorität haben. In diesem Zusammenhang wünschen sich die Befragten höhere finanzielle Investitionen in den Bildungssektor sowie ein europaweites einheitliches Schul- und Ausbildungssystem mit gemeinsamen Qualitätsstandards, vergleichbaren Lehrplänen und Abschlüssen. Um eine "Bildungsgleichheit" in ganz Europa garantieren, sollen bildungsbenachteiligte Schüler durch eine frühzeitige und individuelle Förderung in den regulären Schul- und Ausbildungsbetrieb integriert werden. Darüber hinaus sollte das Thema Interkulturalität an den Schulen stärker berücksichtigt werden, um Jugendliche über Länder in und außerhalb Europas zu informieren und Fremdenangst abzubauen.

Die Jugendlichen prangern aber auch ein allgemeines Informationsdefizit an. Sie wünschen sich

mehr, jugendgerechtere und allen zugängliche Informationen über die Europäische Union, Jugendpolitik, sowie Mobilitäts- und Beteiligungsmöglichkeiten. Durch politische Bildung in und außerhalb der Schule wünschen sich die jungen Menschen, frühzeitig an Politik und Partizipation herangeführt zu werden. Außerdem wird eine bessere Kommunikation zwischen Jugend und Politik gefordert. Debatten auf lokaler Ebene sollten verstärkt betrieben werden und mehr Rückmeldungen auf die Forderungen von Jugendlichen durch die Politik stattfinden.

Im Bereich Mobilität besteht ein hoher Bedarf an Finanzierungsmöglichkeiten, die allen jungen Menschen den Zugang zu den bestehenden Mobilitätsprogrammen in allen Ausbildungsabschnitten erleichtert. Um die Gesundheit junger Menschen in Europa zu garantieren, besteht der vermehrte Wunsch nach Aufklärung und Prävention im Hinblick auf Alkohol- und Drogenkonsum sowie im Bezug auf eine gesunde Ernährung.

Die Ergebnisse der Konsultationen im Rahmen aller Veranstaltungen wurden von JUGEND für Europa in einem umfassenden Gesamtbericht zusammengefügt und an die EU-Kommission weitergeleitet. Auf Grundlage aller nationalen Gesamtberichte wird die Kommission im April 2009 einen neuen Rahmen für eine gemeinsame Jugendpolitik auf europäischer Ebene vorschlagen, inklusive Instrumente, Methoden und thematische Schwerpunkte. Der Rat der Europäischen Union wird dann, nach Konsultation aller beteiligten Parteien, im November 2009 endgültig über eine reformierte europäische Kooperation im Jugendbereich entscheiden.

Dokumente

  • Zukünftige Herausforderungen für junge Menschen

    Konsultation über die Neuausrichtung der Jugendpolitik in Europa im Rahmen der Europäischen Jugendwoche 2008, JUGEND für Europa, eurodesk, Deutscher Bundesjugendring
    Dieses PDF-Dokument mit dem Dateinamen "Bericht_Konsultation_DE_end (1).pdf" ist 50,17 kB groß.