03.02.2005Nicht formale Bildung

Zeichen der Anerkennung setzen: "Bridges for Recognition" wirbt für die Auszeichnung der durch Jugendarbeit erworbenen Kompetenzen

Über 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erörterten vom 19. - 23. Januar 2005 in Leuven/Belgien, wie die Wirkungen von Jugendarbeit mehr Beachtung finden können.

via JUGEND für Europa

Fast die Hälfte der 75 Mio. Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 15 und 25 Jahren in Europa beteiligen sich an Maßnahmen und Projekten der Jugendarbeit. Sie erwerben dabei unterschiedliche Fertigkeiten und Kompetenzen. Immer mehr Organisationen in Europa entwickeln Ideen, wie diese Wirkungen von Jugendarbeit sichtbar gemacht werden können. Sie wollen damit sowohl den Wert nicht-formalen und informellen Lernens herausstellen als auch Jugendlichen die Möglichkeit eröffnen, entsprechende Nachweise in formalen Bildungszusammenhängen, bei Arbeitgebern oder einfach für das eigene Selbstbewusstsein zu nutzen.

Die Konferenz, die von SALTO-YOUTH im Auftrag der EU-Kommission organisiert wurde, wollte der wachsenden Bedeutung Rechnung tragen, die das nicht-formale und informelle Lernen erfährt. Sie brachte Fachleute aus Jugendarbeit, Nationalen Agenturen, aus europäischen Institutionen, nationalen Regierungen, lokalen Behörden und Sozialpartnern zusammen, die Erwartungen, Möglichkeiten und konkrete Maßnahmen für die Anerkennung der durch Jugendarbeit erworbenen Kompetenzen diskutierten. Anhand von Beispielen unterschiedlicher Initiativen in Europa wurde dabei klar: Die Bemühungen um qualifizierte Anerkennung und Zertifizierung der Erfahrungen, die junge Menschen in internationalen Projekten oder in selbstinitiierten Projekten machen, werden innerhalb der Jugendarbeit in Europa stärker.

Pierre Mairesse, Direktor der Abteilung Jugend, Zivilgesellschaft, Kommunikation in der Generaldirektion Bildung und Kultur der Europäischen Kommission brachte in seinem Eingangsplädoyer dann auch vier Argumente dafür, eine öffentliche Anerkennung von Jugendarbeit und nicht-formaler Bildung auf europäischer Ebene anzustreben:

  • die Qualität von Jugendarbeit und nicht-formaler Bildung (Non-Formal Education - NFE) werde durch gemeinsame Standards abgesichert,
  • das Feedback für junge Menschen, was diese in nicht-formalen Kontexten gelernt haben, sei zu erweitern,
  • die Wirkungen von Jugendarbeit müssten auch für den Arbeitsmarkt nutzbar gemacht werden können,
Mairesse berichtete von Plänen der Kommission, wie bereits jetzt schon im Europäischen Freiwilligendienst, die Teilnahme an allen möglichen Projektformen im Rahmen des JUGEND-Programms, zu bescheinigen. Es solle schrittweise ein qualifizierendes Instrument zur Anerkennung aller Aktivitäten im JUGEND-Programm entwickelt werden. Dabei soll auf bereits bestehende Erfahrungen auf europäischer und den jeweils nationalen Ebenen zurückgegriffen werden.

Die Luxemburgische Ratspräsidentschaft erarbeitet zurzeit einen Vorschlag für die Einführung entsprechender Prinzipien und Instrumente, der Ende Mai den europäischen Bildungsministern vorgestellt werden soll.

Informationen zur Veranstaltung "Bridges for Recognition" gibt es auf den SALTO-Seiten: www.salto-youth.net