Wie steht die Jugend zur EU? Eurobarometer-Ergebnisse zusammengefasst

Junge Menschen bilden „das optimistischste Segment der europäischen Bevölkerung“, so ein Ergebnis einer speziellen Auswertung der letzten Eurobarometer-Umfrage. Herausgehoben wurden die Antworten der 15 bis 24jährigen.

via Europäische Kommission

In allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union wurde zwischen 9. Mai und 14. Juni 2005 eine Standard-Eurobarometer-Umfrage durchgeführt. Deren Ergebnisse sind in Bezug auf die Beziehungen zwischen Europa und seinen jungen Bürgerinnen und Bürgern relativ positiv ausgefallen. 63% der Europäerinnen und Europäer zwischen 15 und 24 sehen nämlich die Mitgliedschaft ihres Landes in der Europäischen Union als eine gute Sache, für 67% hat ihr Land durch die Mitgliedschaft in der EU Vorteile und bei 56% ruft die Europäische Union ein positives Bild hervor. Damit ist diese Altersgruppe optimistischer als die Älteren: Die EU-Durchschnitte für diese Fragen betragen 54%, 55% bzw. 47%.

Im Rahmen der Jugendwoche unter dem Motto "Die Jugend hat das Wort", schien es nun sinnvoll, das Standard-Eurobarometer 2005 eingehender zu analysieren, um die Sorgen und Erwartungen junger Leute an Europa besser zu verstehen. Die nun vorgestellten Ergebnisse sind Durchschnitte für Bürgerinnen und Bürger im Alter zwischen 15 und 24 Jahren, die in den 25 Mitgliedstaaten leben. Sie wurden in zwei Altergruppen, 15 bis 19 und 20 bis 24 Jahre, aufgeschlüsselt. Im Bericht werden auch Vergleiche zwischen den 15 "alten" und den 10 neuen Mitgliedstaaten gezogen. Nicht verglichen werden die Ergebnisse in den einzelnen Ländern – dafür war die Zahl der Befragten zwischen 15 und 24 in den Umfragestichproben zu klein.

Im Durchschnitt geben 62% der Europäer zwischen 15 und 24 an, dass die EU für sie bedeutet, sich frei bewegen zu können. Bei den jungen Menschen in den 10 neuen Mitgliedstaaten gilt dies sogar für drei Viertel der Befragten. Folgerichtig sind 65% der jungen Bürgerin insgesamt und sogar 77% der jungen Bürger in den neuen Mitgliedstaaten für die Entwicklung hin zu einer europäischen politischen Union. Immerhin 55% aller befragten jungen Menschen sind "zufrieden" mit der Art und Weise, wie die Demokratie in der Europäischen Union funktioniert.

Gar nicht optimistisch sind die Jungen allerdings in Bezug auf ihre Partizipationsmöglichkeiten: Nur rund vier von zehn jungen Europäern haben den Eindruck, dass ihre Stimme in der Europäischen Union zählt. So fühlen sich auch nur 47% gut darüber informiert, "worum es gerade in der Politik und beim aktuellen Geschehen geht". Interessant ist in diesem Zusammenhang aber auch, dass sie sich mit 55% geringer für Politik interessieren als die älteren Mitbürger mit 67% . Noch erstaunlicher: In den neuen Mitgliedstaaten verringert sich dieser Wert noch einmal auf 46%.

Zu ihren Sorgen befragt, nennen Jugendliche eindeutig die Arbeitslosigkeit an erster Stelle. Demgegenüber sehen nur 45% Armut und soziale Ausgrenzung und sogar nur 30% die Bewahrung von Frieden und Sicherheit in Europa als vorrangige Aufgabe an.

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