Weniger ist mehr: Europäische Kommission legt Evaluierungsbericht zur EU-Jugendstrategie vor

Die externe Bewertung der EU-Jugendstrategie in den Mitgliedstaaten gibt erstmals einen Überblick über die Relevanz und Wirksamkeit der jugendpolitischen Zusammenarbeit und erlaubt erste Schlussfolgerungen für die Zeit nach 2018.

Die jetzige Strategie mit den beiden Oberzielen, den acht ressort- und querschnittsorientierten Aktionsfeldern und zahlreichen Initiativempfehlungen wurde als eine Art „A la carte“-Ansatz bei der Umsetzung genutzt. Das ergaben die Befragungen von Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern, Jugendorganisationen und jungen Menschen. Der breite Rahmen lässt es zu, eigene Schwerpunkte und Inhalte zu setzen. Das ist „okay “, so meinen die Autorinnen und Autoren, führt aber nicht unbedingt dazu, dass die Staaten sich an einer gleichen Zielrichtung orientieren. Deshalb empfehlen sie für eine zukünftige Zusammenarbeit im Jugendbereich eine „geringere Zahl von eindeutiger definierten und spezifischeren Zielen, die eine klare Vorstellung davon geben, was die Strategie im nächsten Zeitraum erreichen will“.


Mehrwert der EU-­Jugendstrategie für natio­nale Jugendpolitiken

Auch der Mehrwert der europäischen Zusammenarbeit für nationale Jugendpolitik wird von den Befragten unterschiedlich betrachtet. Es scheint einen Unterschied zu geben, ob Mitgliedstaaten eine lange Tradition und gewachsene Strukturen von Jugendpolitik haben und Inhalte der EU-Jugendstrategie größtenteils Status Quo sind oder nicht. Die EU-Jugendstrategie kann dort wirksam werden, wo Lücken bestehen, aber gleichzeitig Handlungsbedarf gesehen wird. In solchen Fällen hat die EU-Jugendstrategie sogar zu neuen Programmen und Gesetzen geführt. Inspiration, Wissen und Fachkenntnis, Stärkung von Themen wie  Jugendarbeit, Jugendpartizipation und Integration junger Menschen sowie Rückenwind für die Schaffung  neuer Ressourcen und Möglichkeiten sind für viele Befragte Vorteile der EU-Jugendstrategie. Der Bericht zeigt deutlich, dass das Interesse von Mitgliedstaaten an der EU-Jugendstrategie sehr unterschiedlich ist. Um die Relevanz zu erhöhen, wird daher empfohlen, ehrgeizigere Ziele für die jugendpolitische Zusammenarbeit in der EU zu setzen, „um auch Ländern mit starker Tradition im Bereich der Jugendpolitik neue Impulse zu geben“.


Stärkere Einbindung von regionen und Kommunen muss angestrebt werden

Die fehlende Einbindung der Regionen und Kommunen in die EU-Jugendstrategie wird als Schwachpunkt der bisherigen Umsetzung gesehen, insbesondere in den EU-Staaten, die föderale und dezentrale Zuständigkeiten in der Jugendpolitik haben. Deshalb sollten sich lokale und regionale Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger im Bereich der Jugendpolitik stärker beteiligen. Die Aufgabe der nationalen Ebene wird darin gesehen, über entsprechende Beteiligungsmöglichkeiten zu informieren. Auch die Auswertung der Maßnahmen der Mitgliedstaaten zur Förderung der grenzüberschreitenden Mobilität junger Freiwilliger als Teil der Untersuchung zeigt, dass es konkretere und gleichzeitig ehrgeizigere Ziele und Handlungsempfehlungen braucht, wenn europäische Vorhaben national wirksam werden sollen. Die Förderung der grenzüberschreitenden Mobilität junger Freiwilliger ist eine Verabredung des Jugendrates der EU aus dem Jahr 2008. Die Mitgliedstaaten waren aufgefordert, die Zusammenarbeit zwischen Freiwilligenorganisationen und den an der Organisation von Freiwilligenaktionen beteiligten staatlichen Stellen zu verstärken, um die grenzüberschreitende Mobilität junger Freiwilliger in Europa zu fördern.
 
Die ausführliche Evaluation und Hintergrunddokumente sind hier online abrufbar.
 
(Quelle: JUGEND für Europa)

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