Toleranz allein reicht nicht

Mit einer Abschlusserklärung und einem Aktionsplan für das Engagement gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit ist am 09. November 2005 in Berlin die europäische Konferenz "Youth in Action for Diversity and Tolerance" zu Ende gegangen. BMFSFJ und die EU-Kommission, Generaldirektion Bildung und Kultur, hatten eingeladen.

via JUGEND für Europa

141 im Kampf gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit engagierte Jugendliche aus 41 Ländern Europas waren für vier Tage am Müggelsee im Berliner Südosten zusammen gekommen, um sich gegenseitig über laufende Aktivitäten sowie die aktuelle Situation in den verschiedenen Ländern zu informieren und Vernetzungsmöglichkeiten auszuloten.

Vor allem aber mit der Verabschiedung einer Abschlusserklärung, die zusammen mit dem Aktionsplan ein Dokument bildet und den anwesenden Vertretern des BMFSFJ, der EU-Kommission und der britischen EU-Ratspräsidentschaft übergeben wurde, hatten die Teilnehmenden ihre Diskussionen in den 11 verschiedenen Arbeitsgruppen erfolgreich in konkrete Stellungnahmen und Forderungen ummünzen können. Die Themen der Workshops waren von den Jugendlichen selbst festgelegt worden.

In ihrer Präambel zur Abschlusserklärung gedachten die Teilnehmenden den Ereignissen und vor allem den Opfern der Reichspogromnacht vom 9. November 1938. Mit Blick auf die Realität vielfältiger Formen von Diskriminierung in Europa äußerten sie die Meinung, dass die Forderung nach "Toleranz", wie sie auch im Konferenztitel zu finden ist, nicht mehr ausreicht. Es sei vielmehr höchste Zeit, die Ängste derjenigen offen und öffentlich zu benennen, die für sich nichts mehr wünschen, als das Recht auf Respektierung ihrer menschlichen Würde in Anspruch nehmen zu können. Gleichzeitig sei es nötig, eben diesen Respekt, der mehr ist als "nur" Toleranz, von der Gesellschaft deutlich einzufordern.

Die acht einzelnen Kapitel der Abschlusserklärung sind jeweils unterteilt in "Einleitung", "Politische Empfehlungen" und "Handlungsplan" und lauten:

  1. Empowerment of young people
  2. Media
  3. Fight Against Discriminative Extremism
  4. Anti-Islamism
  5. New Faces of Fascism
  6. "Fortress Europe"
  7. Networking
  8. Diversity in Education
Auf der Website zur Konferenz www.youth-against-racism.net gibt es weitere Informationen zum Verlauf und den Ergebnissen der Konferenz.

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