17.07.2008Jugend in der Welt

Tempus in Jerusalem: Kommission und Israel unterzeichnen Gemeinsame Erklärung zur Stärkung von Zusammenarbeit und Dialog in allgemeiner und beruflicher Bildung

Anlässlich eines offiziellen Besuchs in Israel am 17.07. unterzeichneten Ján Figel’, EU-Kommissar für allgemeine und berufliche Bildung, Kultur und Jugend, und Yuli Tamir, Bildungsministerin Israels, eine Gemeinsame Erklärung über Zusammenarbeit und Dialog in allgemeiner und beruflicher Bildung.

via IP/08/1155 EU

Damit soll ein Instrument geschaffen werden, um die Ziele des 2005 im Rahmen der Europäischen Nachbarschaftspolitik aufgestellten Aktionsplans zu erreichen, nämlich Israel schrittweise in Maßnahmen und Programme der EU einzubeziehen. Die Kommission und die israelische Regierung wollen einen verstärkten politischen Dialog über bessere Kompatibilität von Bildungssystemen einleiten und Mobilität und Austausch auf dem Bildungssektor durch die EU-Programme Erasmus Mundus und Tempus fördern.

Kommissar Figel’ erklärte: „Die Europäische Union ist bestrebt, eine engere Partnerschaft mit Israel zu entwickeln. Dieser Prozess muss vor dem Hintergrund der großen Bandbreite unserer gemeinsamen Interessen gesehen werden. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir durch eine Intensivierung der Zusammenarbeit und des Dialogs über die allgemeine und berufliche Bildung zu einem besseren gegenseitigen Verständnis gelangen werden und unsere Position im Hinblick auf die uns bevorstehenden Herausforderungen in einer globalisierten wissensbasierten Gesellschaft und Wirtschaft stärken können. Unsere Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung passen sich an diese neue Realität an und wir können viel voneinander lernen.”

Die Gemeinsame Erklärung ist der Ausgangspunkt eines sektoralen, strategischen Dialogs zwischen der EU und Israel. Gegenstand dieses regelmäßigen Austauschs werden gemeinsam festgelegte Punkte von beiderseitigem Interesse sein, z. B. das Modernisierungsprogramm für den Hochschulbereich (einschließlich des Bologna-Prozesses), Aspekte der Berufsbildung im Rahmen des Kopenhagen-Prozesses, Maßnahmen zur Förderung des lebenslangen Lernens, Schulpartnerschaften, Fremdsprachenunterricht und Möglichkeiten zur Übertragbarkeit und Anerkennung von Qualifikationen sowie nicht formalen und informellen Lernergebnissen.

Die Kommission und die israelische Regierung haben darüber hinaus erklärt, dass sie die Zusammenarbeit zwischen europäischen und israelischen Universitäten – vor allem durch die neuen Generationen der Programme Erasmus Mundus und Tempus – intensivieren möchten, um die Mobilität und den Austausch von Lehrpersonal und Studierenden weiter zu fördern. Israel nimmt nunmehr an beiden Programmen vollständig teil. Kommissar Figel' eröffnete im Rahmen seines Besuchs auch das erste nationale Tempus-Büro in Jerusalem.

Die Rechtsgrundlage für die Beziehungen der EU zu Israel ist das Assoziationsabkommen EG-Israel (Europa-Mittelmeer-Abkommen) aus dem Jahr 2000. Dieses sieht eine Zusammenarbeit in den Bereichen allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Kultur vor, insbesondere durch Austausch und Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und anderen Einrichtungen der allgemeinen oder beruflichen Bildung.