Strategische Zahlen II: Youth-on-the-Move-Eurobarometer untersucht auch die "Gesellschaftliche Beteiligung Jugendlicher"

Nummer 2 des „Youth on the Move”-Eurobarometer-Flashs wildert in der Jugendarbeit.

Die Leitinitiative „Youth on the Move” im Rahmen der Strategie Europa 2020, welche die Chancen junger Menschen auf einen Arbeitsplatz auch dadurch erhöhen will, dass diese während ihrer Ausbildung Auslandserfahrungen sammeln, wird wohl breiter verstanden als zunächst befürchtet. Jedenfalls versucht die Kommission, die Weichen für „Youth on the Move“ auch in Richtung einer umfassenderen Jugendpolitik zu stellen und so ihre Gleise auch neben der EU-Jugendstrategie zu verlegen.

Nun bringt die EU-Kommission mittels eines Eurobarometer-Flashs Zahlen zum Thema „Gesellschaftliche Partizipation Jugendlicher“. In über 27.000 Interviews wurden junge Leute zwischen 15 und 30 Jahren aus den 27 Mitgliedsländern nach ihrer Teilnahme in Sportvereinen, Jugendorganisationen, Kulturorganisationen und anderen Nicht-Regierungsorganisationen befragt, nach ihrem Verhalten bei politischen Wahlen, ihren Freiwilligenaktivitäten und ihren Erfahrungen im Austausch mit anderen Jugendlichen in Europa.

Die Aktivitäten in Sportvereinen ist EU-weit mit 34% am meisten verbreitet. Die Teilnahme oder der Besuch von Jugendclubs, Freizeitclubs oder „jeder Art von Jugendorganisation“ folgt mit 18%, kulturelle Organisationen mit 14%. Innerhalb der Mitgliedstaaten können die Beteiligungsgrade allerdings erheblich schwanken. Während in Polen, Zypern oder Bulgarien etwas mehr als ein Viertel der Jugendlichen in irgendeiner Art organisierter Freizeitaktivitäten teilnehmen, sind dies in Deutschland, Irland, Luxemburg, Belgien und den Niederlanden weit über die Hälfte.

Die Jugendlichen in der EU sind kulturell aktiv. Eine große Mehrheit (88%) der Jugendlichen in der EU sind in dem Jahr vor der Befragung ins Kino oder in ein Konzert gegangen. 67% haben historische Monumente, Museen oder Galerien besucht. 44% gehen sogar ins Theater, in eine Tanzaufführung oder in die Oper. 33% sind selbst aktiv, sei es, dass sie singen, ein Instrument spielen, Theater spielen, Gedichte schreiben, tanzen oder Filme drehen.

Eine Überraschung bieten die Zahlen zur Wahlbeteiligung, 79% der wahlberechtigten Jugendlichen geben an, sich auf lokaler, regionaler, nationaler oder EU-Ebene an Wahlen zu beteiligen. Dabei wird der Durchschnitt von Luxemburg und Belgien, Ländern mit Wahlpflicht, deutlich angehoben. Aber auch Polen, Österreich (Wahlpflicht ab 16!), Malte und Schweden verzeichnen 90-92% Wahlbeteiligung.

Organisierte Freiwilligenaktivitäten nehmen ein gutes Viertel aller Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der EU wahr. Spitzenreiter sind hier die Niederlande, Irland, Dänemark und Slowenien. Dabei sind überall die in Ausbildung befindlichen Jugendlichen am wenigsten beteiligt. Die meisten Freiwilligenaktivitäten zielen auf Veränderungen im lokalen Umfeld. Ein Viertel der jungen Menschen in der EU, die an Freiligenaktivitäten beteiligt waren, haben irgend eine Art von formaler Anerkennung erhalten, also ein Diplom der ein Zertifikat. Ganz vorn sind hier Zypern u, Polen und Rumänien.

Und dann der gute Schluss: 14% der 15-19-Jährigen, 8% der 20-24-Jährigen und 6% der 25-30-Jährigen, also zusammen 28% der Befragten, haben schon einmal an Aktivitäten teilgenommen, die junge Menschen aus anderen Ländern einbezog. Und wieder hat man sie nicht gefragt, was sie davon hatten.

Die EU-Kommission wird sowohl ihren Vorschlag für die finanzielle Vorausschau als auch ihren Entwurf für die künftigen Förderprogramme im Jugendbereich zu einem guten Teil auf diese Zahlen gründen.

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