Stärke zeigen: Unermüdlich betont der Jugendministerrat die Relevanz von Jugendarbeit

Mehr Qualität und mehr Anerkennung sind die Kernforderungen.

Jugendarbeit leistet „einen wichtigen Beitrag zur persönlichen – einschließlich der beruflichen – Entfaltung, zur Förderung der Werte der sozialen Inklusion, kulturellen Vielfalt und aktiven Bürgerschaft sowie zur Gewährleistung eines auf gegenseitigem Respekt und Toleranz basierenden Peer-Umfelds“. Sie kann eine „entscheidende Rolle spielen (…), wenn es darum geht, alle jungen Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund zu erreichen, und zwar auch diejenigen jungen Menschen, die ausgegrenzt oder die weder in Arbeit noch in Ausbildung sind.“

Das sind die Kernsätze eines Beschlusses des EU-Rates für Bildung, Jugend, Kultur und Sport vom 18./19. Mai 2015, mit dem dieser die Kommission und die Mitgliedsstaaten auffordert, sich kontinuierlich für den Ausbau einer qualitätsvollen und professionellen Jugendarbeit einzusetzen. Der Rat tut dies nach der EU-Jugendstrategie, nach der Entschließung zur Jugendarbeit, nach den Schlussfolgerungen des Rates zum Beitrag einer qualitätsvollen Jugendarbeit, dem geltenden Arbeitsplan der EU für die Jugend und nach der Erklärung, die die Mitglieder des Europäischen Rates im Anschluss an ihre informelle Tagung am 12. Februar 2015 abgegeben haben. In allen diesen Papieren wird die Notwendigkeit der Weiterentwicklung und des Ausbaus der Jugendarbeit betont, mal für das Wohlbefinden junger Menschen, mal für die soziale Inklusion, mal zur Verhinderung von Radikalisierung. Auch dieses Mal argumentiert der Rat die Rolle der Jugendarbeit für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Vier Aspekte werden dabei besonders betont:

  • Jugendarbeit soll nicht nur von Freiwilligen, sondern auch durch bezahltes Personal geleistet werden (in manchen Ländern durchaus keine Selbstverständlichkeit), das unter anderem mit Aus- und Fortbildungsangeboten unterstützt werden sollte.
  • Der „Radius der Jugendarbeit“ soll auf  junge Erwachsene ab 18 Jahre und junge Menschen mit geringeren Chancen erweitert werden (vor dem Hintergrund der Tatsache, dass in vielen Ländern Volljährige nicht mehr in die Zuständigkeit der Jugendarbeit, sondern in die der allgemeinen Sozialsysteme fallen).
  • Die Qualität der Jugendarbeit soll weiter gestärkt werden. Dafür sollen Kommission und Mitgliedstaaten Indikatoren und Qualitätssicherungsinstrumente und -systeme entwickeln, „die für verschiedene Formen der Jugendarbeit ungeachtet der unterschiedlichen Gegebenheiten auf allen Ebenen in den Mitgliedstaaten herangezogen werden können“. Eine Studie soll die Entwicklung grundlegender Qualitätskriterien für Jugendarbeit in Europa unterstützen und ein Handbuch für die Anwendung dieser Qualitätskriterien vorbereiten. Das Handbuch soll den nationalen Diensten und Einrichtungen der Jugendarbeit als Bezugspunkt und Orientierungshilfe dienen, um „Transparenz und Qualität für junge Menschen – auch im Rahmen der Mobilität“ zu gewährleisten.
  • Es soll dafür gesorgt werden, dass Jugendarbeit mehr Anerkennung erfährt, indem „der Öffentlichkeit nicht nur die quantitativen, sondern auch die qualitativen Aspekte und ihre Wirkungen auf das Leben der jungen Menschen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt vor Augen“ geführt werden. Außerdem sollen „Probleme im Zusammenhang mit Wissen, Fähigkeiten und Kompetenzen, die durch nichtformales und informelles Lernen im Jugendsektor erworben wurden“ bei der Diskussion um die Validierung stärker berücksichtigt werden.

Den Schluss des Katalogs bildet der Vorschlag, auf der Grundlage einschlägiger Studien und Gremien noch eine Ratsempfehlung zur Jugendarbeit mit Schwerpunkt auf Förderung der Inklusion, der aktiven Bürgerschaft und eines stärkeren gesellschaftlichen Zusammenhalts junger Menschen zu unterbreiten. Vielleicht hilft viel ja irgendwann auch viel.

(Quelle: JUGEND für Europa)

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