Slowenien: Europäisches Jahr des interkulturellen Dialogs offiziell eröffnet

Kommissionspräsident José Manuel Barroso und der slowenische Ministerpräsident Janez Janša eröffneten am 8. Januar in Ljubljana das Europäische Jahr des interkulturellen Dialogs 2008.

via Rapid IP/08/10

Am Vortag fand, ebenfalls in Ljubljana, eine Konferenz zum Thema „Interkultureller Dialog als Grundwert der EU“ in Anwesenheit der Kommissare Ján Figel’ und Janez Potocnik statt. Mit diesen Veranstaltungen in Ljubljana wird der Startschuss für eine Vielzahl von Aktivitäten in ganz Europa während des gesamten Jahres gegeben, Aktivitäten, mit denen die Interaktion der Kulturen, die Vertiefung der Beziehungen zwischen Völkern und Religionen und die Förderung – auf dem Wege des Dialogs – des wechselseitigen Verständnisses, der Toleranz, der Solidarität und des Zusammengehörigkeitsgefühls unter den EU-Bürgern aller gesellschaftlichen Schichten in den Mittelpunkt gerückt werden sollen.

Im Vorfeld der Einführung des Europäischen Jahres in den Medien Anfang Dezember 2007 erklärte Ján Figel’, der europäische Kommissar für allgemeine und berufliche Bildung, Kultur und Jugend: „Im 21. Jahrhundert steht Europa vor einer neuen Herausforderung: es muss zu einer interkulturellen Gesellschaft werden, deren Grundlage der respektvolle, gleichberechtigte Dialog von Individuen und Gruppen mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund bildet. Wir wollen über die multikulturelle Gesellschaft hinauswachsen, in der Kulturen und Kulturgemeinschaften einfach nur koexistieren: schlichte Toleranz genügt heute nicht mehr. Wir müssen den Anstoß für eine echte Verwandlung unserer Gesellschaft geben, damit ein interkulturelles Europa entstehen kann, in dem die verschiedenen Kulturen sich konstruktiv austauschen und interagieren und der Respekt der Menschenwürde Allgemeingut ist.“

Am 7. Januar 2008 fand in Ljubljana (Slowenien) in Anwesenheit der Kommissare Ján Figel’ und Janez Potocnik eine Konferenz zum Thema „Interkultureller Dialog als Grundwert der EU“ statt. Wissenschaftler, Philosophen, Schriftsteller, Künstler und Journalisten aus vielen europäischen Ländern diskutierten über die Herausforderungen eines multikulturellen Europas und bereiteten die Bühne für die offizielle Eröffnung des Europäischen Jahres.

Laut einer neueren Eurobarometer-Umfrage haben zwei Drittel der Europäer tagtäglich mit mindestens einer Person anderen religiösen, ethnischen oder nationalen Hintergrunds zu tun: interkulturelles Interagieren ist in der EU also etwas ganz Alltägliches. Mehr als 70 % der Befragten empfinden diese Beziehungen als positiv und bereichernd.

Das Europäische Jahr baut auf dieser Einstellung auf. Wichtigstes Mittel zur Verbreitung der Botschaft des Europäischen Jahres werden die 27 nationalen Projekte und sieben richtungweisenden EU-Projekte sein, an denen sich Menschen aus allen Mitgliedstaaten beteiligen und die eine Vielfalt von Themen behandeln werden. Dabei wird ein stark dezentraler, ein „Bottom-up“-Ansatz verfolgt, bei dem die Beiträge aus der Zivilgesellschaft der Mitgliedstaaten, aus den Regionen und Gemeinden die wichtigste Rolle spielen. Gleichzeitig wird besonderer Nachdruck auf die Kommunikation gelegt werden, um die Ergebnisse der verschiedenen Aktivitäten allgemein bekannt zu machen. Fünfzehn namhafte Persönlichkeiten aus dem europäischen Kulturleben werden als „Botschafter“ des Europäischen Jahres diese Anstrengungen unterstützen.

Zwar wird das Hauptgewicht auf den Aktivitäten in den Mitgliedstaaten liegen, aber auch Brüssel wird Gastgeber einiger besonders wichtiger Events sein. An sechs großen Diskussionsveranstaltungen zu Themen wie Migration, Minderheiten, Bildung, Kulturen und Religionen werden Kommissare und bekannte Persönlichkeiten teilnehmen. In Vorbereitung sind auch Konzerte von Orchestern, die von der EU Beihilfen erhalten, ferner ein Jugendtreffen zum Thema der interreligiösen Beziehungen.

Traditionellerweise ist der interkulturelle Dialog Bestandteil der Projekte, die durch die wichtigsten Finanzierungsprogramme der Kommission in den Bereichen Bildung (Programm für Lebenslanges Lernen), Kultur (Programm Kultur) und Jugend (Programm JUGEND IN AKTION) unterstützt werden. Die für das Europäische Jahr festgelegten Ziele werden nach 2008 weiterbestehen und künftig eine ständige und in ihrer Bedeutung zunehmende Priorität in diesen Programmen darstellen, für die im Zeitraum 2007-2013 insgesamt mehr als 8,6 Milliarden Euro zur Verfügung stehen werden. Ein beträchtlicher Teil dieses Geldes ist und bleibt auch in Zukunft der Förderung des interkulturellen Dialogs in Europa vorbehalten.

Mehr erfahren Sie auf der offiziellen Internet-Seite unter www.interculturaldialogue2008.eu

Die sieben richtungweisenden Projekte finden Sie hier

Die 27 nationalen Projekte finden Sie hier