Skandinavische Erfahrungen: Jugendgarantie kann Zugang junger Menschen zum Arbeitsmarkt verbessern

Das Europäische Jugendforum empfiehlt die Einführung einer „Europäischen Jugendgarantie“ und somit das Recht junger Menschen auf einen neuen Arbeitsplatz oder eine Ausbildung nach maximal vier Monaten Arbeitslosigkeit.

Während sogenannte "Jugendgarantien" in den meisten Ländern Europas unbekannt sind und die EU-Kommission selbst die Einführung eines solchen Modells mit der Leitinitiative "Youth on the Move" seit 2010 fordert, sind diese in Schweden, Norwegen, Finnland und Dänemark bereits eine Selbstverständlichkeit. Es empfiehlt sich, einen Blick auf die Erfahrungen der nordischen Länder mit diesem Instrument zu werfen.

1984 hat Schweden Pionierarbeit geleistet und ein erstes Jugendgarantieprogramm eingeführt. Norwegen, Finnland und Schweden folgten in den 1990er Jahren. Beide Programme richten sich an junge Menschen, die arbeitslos sind und sich weder in allgemeiner noch beruflicher Bildung befinden. Ihre Leistungen umfassen Bedarfsbewertungen, Bildungs- und Trainingsmaßnahmen sowie Beschäftigungsangebote.

Eine Auswertung der Programme in Finnland und Schweden wurde im Juni 2012 von Eurofund veröffentlicht.

Im Jahr 2010 hatten 53.000 junge Menschen am Schwedischen Programm teilgenommen, 46% mit erfolgreichem Ausgang. In Finnland konnte 2011 bei 83 % der Bewerber innerhalb der ersten drei Monate der Arbeitslosigkeit erfolgreich interveniert werden. Die Statistiken belegen, dass die Finnische Jugendgarantie die Anzahl der Arbeitslosen verringert hat. Das direkte Einschreiten der Garantie verhindert zudem die Nachfolgeeffekte von Jugendarbeitslosigkeit (wie u.a. unregelmäßige künftige Beschäftigung, Verdrossenheit und Isolation). Der Erfolg solcher Programme hängt jedoch stark von anderen öffentlichen Maßnahmen ab, bspw. von der Bereitstellung von Bildung, Ausbildung und Arbeitsstellen. Weiterhin fand die Evaluation heraus, dass Jugendgarantien nicht immer unbedingt langfristige Lösungen zu Jugendarbeitslosigkeit bieten.

Das Europäische Jugendforum ist davon überzeugt, dass die Einführung einer Europäischen Jugendgarantie eine effiziente und gezielte Aktion sein könne, die der unverhältnismäßig hohen Jugendarbeitslosigkeit (derzeit im europaweiten Durchschnitt bei 25%) unter jungen Menschen entgegenwirken könne. Allerdings seien gleichzeitig weitere zielgerichtete Maßnahmen für langfristiges Wachstum und eine Beschäftigungspolitik für Jugendliche sowie höhere Investitionen in junge Menschen zur Bewältigung der Krise notwendig.

(Quelle: Europäisches Jugendforum)

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