"Schließlich wollen wir doch alle das Gleiche: eine stärkere Einbindung der Jugend."

Ein Interview mit Olov Oskarsson. Der Schwede ist seit 2010 Präsident des Jugend-Netzwerks der europäischen Regionen YRN (Youth Regional Network).

Olov, das „Youth Regional Network“ wurde 2008 von der Versammlung der Regionen Europas (VRE) geründet. Was hat es mit der VRE auf sich?

Die VRE ist mit mehr als 250 Mitgliedsregionen aus 35 Ländern und 16 interregionalen Mitgliedsorganisationen das größte unabhängige Netzwerk von Regionen in Europa. Gegründet wurde sie 1985. Sie ist ein Forum interregionaler Kooperation und Vertreterin regionaler Interessen auf der europäischen Bühne. So war die VRE beispielsweise maßgeblich an der Einrichtung der beratenden Organe der Europarates (Kongress der Gemeinden und Regionen) und der Europäischen Union (Ausschuss der Regionen) beteiligt.

Welche Rolle spielt da das „Youth Regional Network“?

Wir sind die einzige Plattform in Europa, die es der Jugend ermöglicht, auf Ebene der Regionen miteinander in Austausch zu kommen. Große Plenarsitzungen gibt es zweimal im Jahr, im Frühjahr und Herbst. Jedes Treffen hat sein eigenes europäisches Thema, das natürlich auch für die Regionen relevant sein muss. „Östliche Partnerschaften“, „Gleiche Chancen für alle Jugendlichen“ – das waren die Überschriften der letzten Sitzungen. Jetzt im Oktober geht es um „Demokratie und Partizipation.“ Und natürlich laden wir immer eine Menge Experten ein.

Und wer erarbeitet bei Euch das ganze Know-How?

Wir haben in unserem Netzwerk fünf Jugendkomitees aufgebaut, die sich mit ganz unterschiedlichen Themen beschäftigen: Nachhaltige Entwicklung, Berufsleben und junges Unternehmertum, Kultur und Bildung, Gesundheit und Soziales sowie Soziale Medien. Da werden dann Vorschläge erarbeitet, die wir direkt an die Entscheidungsträger in den Regionen weiterleiten.

Und welche Rolle spielt die EU-Jugendstrategie bei Euch?

Eine große. Wir versuchen eigentlich alle Prioritäten der Strategie auch in unsere Arbeit einfließen zu lassen. Und da haben wir sehr gute Voraussetzungen. Die Verantwortlichen in den Regionen sind ja ganz besonders nah dran an den jungen Menschen. Genauso muss das sein. Wir müssen die Jugendlichen mitnehmen, sie in die Entscheidungsprozesse einbinden. Sie selbst wissen ja am besten, was sie brauchen, was verändert werden muss. Diese Chancen sollten wir nutzen. Und: Jugend muss als Querschnittsthema endlich in allen Politikfeldern ankommen.

Wo gibt es in Eurer Arbeit denn die größten Hindernisse?

Hindernisse würde ich jetzt gar nicht sagen. Aber wir dürfen den Umgang mit der EU-Jugendstrategie auch nicht zu eng fassen. Ein Drittel unserer Mitglieder kommt aus Nicht-EU-Regionen. Auch die wollen künftig bessere Perspektiven haben. Also müssen wir uns anstrengen, dass wir Verbesserungen in einem größeren Kontext erzielen.

Hat Dir die Konferenz neue Erkenntnisse gebracht?

Natürlich wusste ich schon viel über die EU-Jugendstrategie. Aber wenn ich dann wieder einmal vor Ort mitbekomme, welche tollen regionalen Initiativen es alles schon gibt, dann merke ich: Diese Arbeit macht absolut Sinn.

Du selbst hast auf dem Podium an einer Diskussion zum Thema „Zwischen Mehrwert und zusätzlicher Arbeit – die Rolle der Regionen in Europäischer Jugendpolitik und Jugendarbeit“ teilgenommen. Wie fällt Deine Bilanz aus?

Ich bin sicher: Wenn wir Ideen und good-practice-Beispiele austauschen, ist das immer ein großer Mehrwert für alle Beteiligten. Schließlich wollen wir doch alle das Gleiche: eine stärkere Einbindung der Jugend.

(Das Interview führte Marco Heuer im Auftrag von JUGEND für Europa)

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