28.07.2008Soziale Integration

Rundumschlag: Europäisches Jugendforum entwirft ein Konzept erfolgreicher Migrationspolitik

Mit dem Papier "Jugend und Migration" trägt das Europäische Jugendforum zur Debatte um die Integrationspolitik bei, die jüngst mit dem Grünbuch über die Bildungssituation von Kindern mit Migrationshintergrund der Kommission neu angereichert wurde.

via Europäisches Jugendforum

Die wachsende Zahl von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in Europa macht das Thema zu einem zentralen Anliegen europäischer Jugendpolitik. Das Jugendforum schlägt einen Rundum-Politikansatz vor, für den die Rechte von Migrantinnen und Migranten und deren Integration in die europäischen Gesellschaften leitend ist. Für eine geregelte Integrationspolitik der EU und der Europäischen Mitgliedstaaten sei es zentral, so das Jugendforum, dass bei der Umsetzung der Migrationpolitik, auch in Fragen des Asyls, des Zugangs zu Erwerbstätigkeit oder des ungeklärten Aufenthaltsstatus, die Menschenrechte und internationale Konventionen, die Diskriminierung verbieten und die Geschlechterfragen berücksichtigen, voll respektiert werden. Es verweist dafür auch auf Beschlüsse der Europäischen Union, die zum Beispiel im Hinblick auf die Asylpolitik nicht zufriedenstellend umgesetzt würden.

Integration sei der Schlüssel erfolgreicher Migrationpolitik, zitiert das Papier des Jugendforums das Büro der Europäischen Politikberater (BEPA). Für die Integration von jungen Menschen sei deren Stärkung („Empowerment“) zentral und sollte mit Anti-Diskriminierungsregelungen einher gehen, um allen gleiche Möglichkeiten zu garantieren. Die Regierungen sollten vor allem auch die Bedürfnisse der zweiten und dritten Migranten-Generation berücksichtigen. Als wichtige Mittel zur Integration junger Menschen sieht das Jugendforum den leichteren Zugang zur Staatsangehörigkeit und voller staatsbürgerlicher Teilhabe, Sprachkurse, die Integration in den Arbeitsmarkt und Maßnahmen gegen die Negativberichterstattung der Medien. Das Papier schlägt zahlreiche Maßnahmen vor, um Kinder und Jugendliche zu schützen und ihnen wirtschaftliche und soziale Sicherheit zu bieten.

Darüber hinaus hebt das Politikpapier hervor, dass niemand durch Diskriminierung, politische, religiöse oder wirtschaftliche Umstände in den Herkunftsländern zur Migration gezwungen sein sollte. Neben der bisherigen Entwicklungspolitik und Entwicklungshilfe sollte daher eine Ko-Entwicklungspolitik vorangetrieben werden, die die Folgen des so genannten „brain-drain“, der Abwanderung gut ausgebildeter Menschen, verhindert.

Eine besondere Rolle bescheinigt das Europäische Jugendforum der nicht-formalen Bildung. Sie gebe Jugendlichen die Möglichkeit Werte kennen zu lernen und zu entwickeln, sowie Fertigkeiten und Kompetenzen zu erlangen, die anders sind als diejenigen, die man in formalen Bildungszusammenhängen erlernt. Dies seien vor allem soziale Kompetenzen, Selbstvertrauen und Verantwortungsgefühl. Angebote nicht-formaler Bildung seien auf die Interessen und den Bedarf der Jugendlichen zugeschnitten, Anbieter könnten schnell reagieren und so wichtige Dienste für die Integration junger Migrantinnen und Migranten leisten. Nicht-formale Bildungszusammenhänge böten Möglichkeiten, mit anderen Jugendlichen in Kontakt zu kommen und so könnten neben der sozialen Interaktion auch den Spracherwerb fördern. Darüber hinaus würde die vom Jugendforum vorangetriebene Anerkennung nicht-formalen Lernens gerade denjenigen Migrantinnen und Migranten zugute kommen, die wenig Erfolg in formalen Bildungsgängen haben und so deren Integration in Gesellschaft und Arbeitsmarkt fördern.

Dokumente

  • Policy Paper on Youth & Migration

    Adopted by the Council of Members/ Extraordinary General Assembly of the European Youth Forum, 2-3 May 2008 (Castelldefels, Catalonia - Spain)
    Dieses PDF-Dokument mit dem Dateinamen "1069-07_Migration_FINAL.pdf" ist 178,85 kB groß.