Reichhaltiges Programm: Jugendpolitische Agenda der EU für 2016 bis 2018 gesetzt

Nicht nur für die jugendpolitische Zusammenarbeit, sondern auch für die europäische Kooperation in der Bildung, im Sport und in der Kultur, wird die Förderung der Integration junger Flüchtlinge einer der Arbeitsschwerpunkte für 2016 darstellen.

Ende November 2015 hatte sich der EU Rat "Bildung, Jugend, Kultur und Sport" in seinen verschiedenen Formationen mit der Frage auseinander gesetzt, welche fachlichen Herausforderungen sich angesichts der Migrations- und Flüchtlingskrise stellen.

Dass der Jugendsektor ein großes Potential zur Integration junger Menschen in Europa allgemein und damit auch für junge Flüchtlinge bietet, darüber sind sich EU-Kommission und Mitgliedstaaten einig. Überlegungen aus dem EU-Rat für Bildung, Jugend, Kultur und Sport sehen die besondere Rolle der Jugendarbeit insbesondere in der Förderung des interkulturellen Dialogs zwischen Einheimischen und jungen Migranten. Gerade das nicht formale Lernen und der Peer-to-Peer Ansatz werden dabei als Stärken der Jugendarbeit gesehen. Jugendarbeit wird darüber hinaus als Vermittler zwischen jungen Flüchtlingen und anderen Einrichtungen und Akteuren auf kommunaler Ebene angesehen, insbesondere mit dem Ziel die interkulturelle Offenheit der Strukturen, Institutionen und der Verwaltung außerhalb des Jugendbereichs vor Ort zu stärken.

Auch die Bildung hat eine Schlüsselrolle bei der Integration, weil sie für eine erfolgreiche ökonomische und soziale Integration ausschlaggebend ist. Die bildungspolitische Zusammenarbeit in der EU wird sich deshalb gerade auch um die Verstärkung inklusiver Angebote und des interkulturellen Dialogs kümmern. Auch die Fortbildung von Bildungspersonal und die Intensivierung der Elternarbeit sind Aspekte, die auch unter Berücksichtigung der besonderen Lage von Flüchtlingen mitgedacht werden. Der Stellenwert von Sprachvermittlung und der Bedarf einer besseren Einordnung von Qualifikationen und Kompetenzen zur Ausbildungs- und Arbeitsmarktvermittlung bei jungen und erwachsenen Flüchtlinge sind weitere Herausforderungen, denen sich die Mitgliedstaaten stellen müssen und die zu Inhalten des europäischen Fachaustausches werden könnten.

Die Kulturminister haben sich auf eine Veränderung ihres EU-Arbeitsplans Kultur 2015 bis 2018 verständigt, um auf den wachsenden Integrationsbedarf von Migranten und Flüchtlingen zu reagieren. Das Thema „Interkultureller Dialog“ im Zusammenhang mit der Förderung von kultureller Vielfalt, auch in den Außenbeziehungen der EU und in der Mobilität, soll nun spezifischer an die aktuelle Situation angepasst werden. Laut Arbeitsplan soll eine Sachverständigengruppe eingesetzt werden, deren Auftrag es ist, die bestehenden bewährten Verfahren zum interkulturellen Dialog durch Kunst und Kultur mit einem besonderen Schwerpunkt auf die Integration ausländischer Bevölkerungsgruppen zu bilanzieren. Dazu soll 2016 ein Handbuch mit bewährten Verfahren erarbeitet werden.

(Quelle: JUGEND für Europa)

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