Partizipation: von Jugendpolitik lernen

Das diesjährige Forum Bildung, Ausbildung und Jugend der Europäischen Kommission widmete sich der Erörterung der bildungspolitischen Schwerpunkte der EU für die Jahre 2015 bis 2017. Hintergrund ist der strategische Rahmen für die europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung, für den – genauso wie für die EU-Jugendstrategie – immer wieder mittelfristige Arbeitsschwerpunkte festgelegt werden.

Das Forum war partizipativ angelegt, womit die Veranstalter auf eine Kritik aus dem Vorjahr reagierten, wo insbesondere aus den Reihen der Nichtregierungsorganisationen ein Mangel an Interaktion und Beteiligung problematisiert worden war. In thematisch ausgerichteten Arbeitsgruppen ging es dann auch nicht nur darum, die im Plenum zuvor genannten Herausforderungen zu diskutieren, sondern auch Vorschläge für zukünftige Politikinitiativen für die europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung zu erarbeiten. Bildung, Ausbildung und Jugend seien wichtige Bildungspartner, hieß es zur Einstimmung von Seiten der Kommission. Für Bürger und Bürgerinnen würde es keinen Unterschied machen, ob sie in formalen, nicht formalen oder informellen Rahmen gelernt hätten, ihnen sei wichtig, dass sie ihre Lernergebnisse und Kompetenzen gleichberechtigt nutzen könnten. Mit dieser Orientierung auf Chancen und Potentiale moderner ganzheitlicher Bildungssysteme wurden die teilnehmenden Fachleute aufgefordert, zu fünf zentralen Themen zu arbeiten:

  • Exzellenz und Innovation in Bildung und Ausbildung
  • das Problem der Niedrigqualifizierung bekämpfen
  • eine neue Generation von Bildungsfachkräften (LehrerInnen, ErzieherInnen, AusbilderInnen und Verwaltung etc.)
  • Anerkennung und Wertschätzung von Fähigkeiten und Kompetenzen
  • Förderung nach Gleichheit, sozialem Zusammenhalt und aktiver Bürgerschaft. 

Die Arbeitsmethode des Veranstalters verhieß ein ergebnisorientiertes Vorgehen. Die ca. 300 Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus den unterschiedlichsten Feldern und Organisationen waren in der Lage, sich trotz der Breite der Themen auf eine reduzierte Anzahl von Vorschlägen zu verständigen.

Aus jugendpolitischer Sicht gab es einige Initiativvorschläge mit Schnittstellen zur EU-Jugendstrategie. Die Förderung von gemeinwesenorientiertem Lernen beispielsweise soll den Bildungseinstieg von niedrigqualifizierten Menschen erleichtern. Sektorübergreifende Zusammenarbeit wurde immer dann eingebracht, wenn es um BildungsverliererInnen oder -benachteiligte ging. Partizipative Lernumgebung, besonders in Schulen, solle als Grundverständnis eingeführt werden, wurde mehrmals eingebracht; Kinder, junge Menschen und Familien sollen als kompetente Interessengruppen behandelt werden. Die Validierung von nicht-formalem und formalem Lernen sollte gestärkt und die Anerkennung von übergreifenden Kompetenzen verbessert werden.

Mit Spannung bleibt nun abzuwarten, welche der Ratschläge Eingang in den Vorschlag der Europäischen Kommission an den EU-Bildungsministerrat finden und sich politisch durchsetzen.

Die Ergebnisse und Hintergrundpapiere zum Europäischen Forum Bildung, Ausbildung und Jugend sind hier online abzurufen.

JUGEND für Europa

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