30.05.2008Soziale Integration

Ob Gebetsmühlen helfen? Die EU-Jugendminister bekräftigen alte Forderungen für benachteiligte Jugendliche

Der Rat der EU-Jugendminister bekräftigt in einer Resolution zur Partizipation benachteiligter junger Menschen bisherige Forderungen.

via Rat der Europäischen Union

Vielleicht hilft es, so lange immer das Gleiche zu fordern, bis es umgesetzt wird. Mit ausdrücklichem Bezug auf die Vorarbeit unter Deutscher Ratspräsidentschaft, die die Themen Chancengleichheit und soziale Teilhabe für alle Kinder und Jugendlichen zum Schwerpunkt gemacht hatte, verabschiedeten die EU-Jugendminister und -ministerinnen eine Resolution zur Partizipation benachteiligter junger Menschen.

Auf ihrer Ratssitzung am 22. Mai 2008 in Brüssel verwiesen die Ministerinnen und Minister unter anderem auf Erfahrungen in der Praxis, zum Beispiel Peer-Aktivitäten, auf den Europäischen Poakt für die Jugend und die gemeinsamen Ziele für die Partizipation und Information junger Menschen sowie auf die Ergebnisse des Jugendevents der Slowenischen Ratspräsidentschaft am 18.-21. April 2008. Die Jugendlichen hatten im Rahmen des Strukturierten Dialogs Forderungen bezüglich der Mobilität, Beschäftigung, des nicht-formalen Lernens und der Kompetenzentwicklung, der Integration und politischen Partizipation benachteiligter Jugendlicher sowie deren Rolle im interkulturellen Dialog aufgestellt.

Die Situation benachteiligter junger Menschen, so heißt es in der Resolution, sei in allen europäischen Ländern ungeachtet der jeweiligen Unterscheide vergleichbar. Überall haben Jugendliche mit ökonomischen und sozialen Schwierigkeiten zu kämpfen, mit Arbeitslosigkeit, Armut, mangelhafter Gesundheit, kultureller, sozialer und ökonomischer Ausgrenzung und allen Formen von Diskriminierung. Es sei eine europäische Aufgabe, jeden jungen Menschen in die Lage zu versetzen, sein Potenzial entfalten zu können und an der Gesellschaft teilhaben zu können, um deren vernünftige und nachhaltige Entwicklung mitzugestalten. Dazu bedürfe es eines interdisziplinären wissensbasierten Ansatzes und maßgeschneiderter Maßnahmen. So müsse der Übergang von der Schule in die Ausbildung oder in einen Beruf gestärkt werden, schulische Benachteiligung müsse abgebaut und vor allem die Schulabbrecherquote gesenkt werden.

Einmal mehr betonten die Jugendminister die Schlüsselrolle von nicht-formalem und informellem Lernen. Deshalb dürfe auch die Rolle der Fachkräfte der Jugendarbeit und der Jugendorganisationen nicht unterschätzt werden. Als zentrales europäisches Instrument gilt dem Rat das Programm JUGEND IN AKTION. Generell müssten Maßnahmen früher greifen und benachteiligte Jugendliche in Aktivitäten, die allen jungen Menschen offen stehen, integriert werden.

Als Schritte wiederholt die Resolution gebetsmühlenartig, was in allen letzten Ratssitzungen und Dokumenten gefordert wird: Sie nennt unter anderem den dringend umzusetzenden sektorübergreifenden Ansatz in Politik und Veraltung für Jugendbelange, eine Weiterentwicklung von Partizipationsmöglichkeiten und deren gezielte Unterstützung, inklusive der Beteiligung aller junger Menschen am Strukturierten Dialog mit der EU, und mahnt eine stärkere Zusammenarbeit und Austausch auf europäischer Ebene an.

Die Mitgliedstaaten werden erneut aufgefordert, die EU-Programme, vor allem den Europäischen Sozialfonds, für Maßnahmen für Jugendliche zu öffnen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jugendarbeit sollten für die Arbeit mit benachteiligten Jugendlichen verstärkt qualifiziert und der Ressourcenansatz der Jugendarbeit entwickelt werden. Außerdem sollten die Hindernisse, die einer Partizipation im Weg stehen, genauer untersucht werden.

Die Kommission soll die möglichen Maßnahmen auf europäischer Ebene prüfen und die Resolution bei der Prioritätensetzung eines künftigen Rahmenplans für die Kooperation im Jugendbereich berücksichtigen.

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