27.07.2012Nicht formale Bildung

"Nicht zwingend immer nur ans Zertifikat denken"

Diskussion um Anerkennungsinstrumente von nicht formaler und informeller Bildung – aus Sicht des Landesjugendrings Brandenburg.

Ein Interview mit Bernd Mones.

Bernd Mones ist Geschäftsführer des Landesjugendrings Brandenburg.

Herr Mones, hat sich das Expertengespräch für Sie gelohnt?

Das Treffen hat zumindest gezeigt, dass es noch erheblicher wissenschaftlicher Arbeit bedarf, um Lernen und Lernerfolg in non-formalen Zusammenhängen, besonders im Rahmen von internationalen Begegnungen, sichtbarer und besser nachvollziehbar zu machen.

Was bedeuten die Ergebnisse für Ihre Arbeit beim Landesjugendring?

Für uns ist die Aufwertung der non-formalen Bildung in der außerschulischen Bildung ein sehr wichtiges Thema. Die EU-Jugendstrategie und der EQR/DQR sind gute Grundlagen, um an dieser Frage weiter qualifiziert zu arbeiten.

Stichwort „Instrumente zur Anerkennung“. Wie kann man im Bereich der non-formalen und informellen Bildung am besten voran kommen?

Grundsätzlich müssen diese Instrumente gerade noch entwickelt werden. Das Ziel kann aber sicherlich am besten erreicht werden, wenn die Instrumente im Hinblick auf ihre Prozessqualität überprüft werden. Eine Validierung, die zwingend ein Zertifikat beinhaltet, halte ich nicht für geeignet, da sie die Prozess- und Organisationslogik der außerschulischen Bildung außer Acht lässt, die für die Ergebnisse zentral ist.

Welcher Validierungsprozess ist vorstellbar, um die Lernergebnisse an den DQR anschlussfähig zu machen?

Der bislang sehr schwierige Prozess des DQR lässt dazu aus meiner Sicht derzeit überhaupt keine Aussage zu.

Was sollte die Politik jetzt tun?
Besonders die deutsche Bildungspolitik muss erkennen, dass außerschulische Bildung und internationale Begegnungen ein Schatz sind, der bislang noch viel zu wenig wahrgenommen wird. Der Diskurs muss endlich gemeinsam von Bildungs- und Jugendpolitik geführt werden.

Wie sollte bzw. müsste es in diesem Anerkennungs-Prozess jetzt weitergehen?

Die Handlungsfelder der Jugendhilfe (Jugendarbeit, Jugendsozialarbeit, Kindertagesbetreuung) müssen sich aktiv und qualifiziert in den Prozess einbringen. Einfach nur warten, bis eingeladen wird, ist nicht mehr zeitgemäß.

(Das Interview führte Marco Heuer im Auftrag von JUGEND für Europa)

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