Neu vermessen: Bildungsminister beschließen neue Indikatoren fürs Bildungsbenchmarking

Die Europäische Kommission hatte den europäischen Bildungsministern einen neuen Rahmen für die Überprüfung der Lissabon-Ziele im Bildungsbereich vorgeschlagen.

Im Mai 2005 hatte der Rat die Kommission gebeten, bis Ende 2006 die Fortschritte des Arbeitsprogramms "Allgemeine und berufliche Bildung 2010" zu bewerten und über die Entwicklung neuer einschlägiger Indikatoren, etwa zu den Auswirkungen der IKT auf das Lehren und Lernen, zu den Auswirkungen der Mobilität auf den Arbeitsmarkt oder zum sozialen Hintergrund von Hochschulstudierenden Bericht zu erstatten. Der bestehende Rahmen, der im Zeitraum 2004-2006 angewandt wurde, umfasste 29 Indikatoren und fünf Benchmarks, mit denen die Fortschritte bei der Erreichung konkreter Ziele beobachtet wurden.

In ihrer Mitteilung "Ein kohärenter Indikator- und Benchmark-Rahmen zur Beobachtung der Fortschritte bei der Erreichung der Lissabon-Ziele im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung" nannte die Europäische Kommission nun 20 Basisindikatoren, die besser auf die politischen Prioritäten des Arbeitsprogramms abgestimmt sein sollen. Auf 16 dieser Indikatoren zur strategischen Begleitung und Lenkung des Arbeitsprogramms konnte sich der am 24. und 25. Mai 2007 tagende Rat der EU-Bildungsminister verständigen.

So sollen folgende Indikatoren die volle Anwendung finden:

2) Schulabbrecher,

3) Grundkompetenzen in den Bereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften,

4) Abschluss der Sekundarstufe II durch junge Menschen,

5) Hochschulabsolventen

6) Teilnahme Erwachsener am lebenslangen Lernen,

7) Länderübergreifende Mobilität von Studierenden,

8) Bildungsstand der Bevölkerung.

Folgende Indikatoren sollen genauer definiert werden:

2) IKT-Kenntnisse,

3) Investitionen in die allgemeine und berufliche Bildung.

und weitere drei in Kooperation mit internationalen Organisationen weiterentwickelt werden:

2) Qualifikation von Erwachsenen,

3) Berufliche Entwicklung von Lehrkräften und Ausbildern.

Außerdem sollen die Indikatoren:

2) Lernkompetenz

weiter, basierend auf neuen EU-Umfragen, in ihrer Entwicklung beobachtet werden.

Vier der von der Kommission vorgeschlagenen "Basisindikatoren zur Beobachtung der Fortschritte bei der Erreichung der Lissabon-Ziele im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung" wurden damit zunächst nicht erwähnt: Schulmanagement, Schulen als Mehrzweck-Lernzentren, Stratifikation der Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung, Ertrag der allgemeinen und beruflichen Bildung. Die Kommission wurde aber aufgefordert, das weitere Vorgehen – und weitere Erhebungen – mit Berichten zu untermauern und weiter daran zu arbeiten, ein kohärentes Rahmenwerk aus Indikatoren und Benchmarks zu erarbeiten. Die Mitgliedstaaten wurden aufgefordert, diese Arbeit zu unterstützen.

Indikatoren und Benchmarks werden im Rahmen der offenen Koordinierungsmethode als Schlüsselinstrumente eingesetzt, um Fortschritte, die im Lissabon-Prozess eine zentrale Rolle spielen, auf EU-Ebene und auf nationaler Ebene zu analysieren, Beispiele für bewährte Verfahren zu ermitteln, die Leistungen der EU mit den Leistungen von Drittländern (z. B. USA und Japan) zu vergleichen und um politische Entscheidungen zu treffen.

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