Nachlese zum letzten Jugendministerrat: Pakt für die Jugend stärker berücksichtigen

Der Rat der europäischen Jugendminister hat am 23. Februar 2006 einen Entwurf von Schlussfolgerungen zur Umsetzung des Europäischen Pakts für die Jugend beraten. Positiv erwähnen die Jugendminister die Einbeziehung der für Jugendfragen zuständigen Ministerien in den Lissabon-Prozess.

Die Schlussfolgerungen nehmen unter anderem Bezug auf das Weißbuch "Neuer Schwung für die Jugend Europas", auf die Beschlüsse von Lissabon und den jährlichen Fortschrittsbericht der Kommission vom 25. Januar 2006 über die Verwirklichung der Lissabonner Strategie, der sich auf die der Kommission im Herbst 2005 vorgelegten nationalen Reformprogramme der Mitgliedstaaten stützt.

Die Schlussfolgerungen unterstreichen, wie wichtig der Zugang zum Arbeitsmarkt für Jugendliche ist. Daneben unterstreichen sie, "dass dem außerschulischen und informellen Lernen und der Mobilität junger Menschen mit Unterstützung durch Instrumente wie das Programm "JUGEND" und das künftige Programm "Jugend in Aktion" eine wesentliche Bedeutung dafür zukommt, jungen Menschen bei der Entwicklung vielseitiger Fähigkeiten und Kompetenzen zu helfen." Außerdem sei ein strukturierter Dialog mit jungen Menschen, Jugendorganisationen und allen, die im Jugendbereich auf allen Ebenen tätig sind, zu fördern.

Zwar sei die Reaktion auf den Pakt für die Jugend in den meisten Mitgliedstaaten ermutigend. Es seien aber noch dringende Maßnahmen erforderlich, um den Zugang junger Menschen zum Arbeitsmarkt im Einklang mit dem Pakt zu erleichtern. Eine bessere Durchsetzung der Ziele des Pakts durch die Mitgliedstaaten und eine deutlichere Herausstellung des Pakts in den nationalen Reformprogrammen sowie im Jährlichen Fortschrittsbericht der Kommission seien notwendig, um zu mehr Kohärenz, größerer Wirksamkeit und klarerer Überwachung der Maßnahmen für junge Menschen zu führen und dazu beizutragen, die Kenntnisse und das Fachwissen über die verschiedenen Bereiche des Pakts und die Verbindungen zwischen ihnen auszubauen.

Die Einbeziehung der für Jugendfragen zuständigen Ministerien in den Lissabon-Prozess habe zu einer besseren internen Koordinierung und zur stärkeren durchgängigen Berücksichtigung der Jugendfragen bei der Entwicklung politischer Maßnahmen geführt.

Weitere Fortschritte seien durch die Einbeziehung des Europäischen Pakts für die Jugend in die Lissabon-Strategie zu erreichen. So solle der Europäische Rat

  • die Mitgliedstaaten aufrufen, die Querverbindungen zwischen den politischen Maßnahmen in Bezug auf allgemeine und berufliche Bildung, Beschäftigung, soziale Eingliederung und Mobilität zu stärken, damit wirksamere sektorübergreifende Strategien für junge Menschen entwickelt werden können,
  • die Mitgliedstaaten und die Kommission aufrufen, bei der Ausarbeitung der nationalen Reformprogramme bzw. im jährlichen Fortschrittsbericht im Rahmen der Lissabon-Strategie systematischer und sichtbarer über den Pakt zu berichten, um die Überwachung der erzielten Fortschritte zu erleichtern,
  • seine Aufforderung an die Kommission und die Mitgliedstaaten bekräftigen, die jungen Menschen und die Jugendorganisationen auf allen Ebenen in die Umsetzung des Europäischen Pakts für die Jugend einzubeziehen.

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