Mobil-Machung: Europas Bildungsminister werden grundsätzlich

Mobilitätsbeschluss soll vor allem junge Lernende ins europäische Ausland locken.

via Europäischer Rat

"Mobilität ist nicht als Selbstzweck zu verstehen, sondern als vorzügliches Mittel zur Stärkung der Unionsbürgerschaft und der europäischen Wettbewerbsfähigkeit, zur Erweiterung und Bereicherung der Ausbildung und der Erfahrungen junger Menschen, zur Verstärkung ihrer Anpassungs- und Beschäftigungsfähigkeit sowie zur Entwicklung ihres interkulturellen Verständnisses durch die Beherrschung von Sprachen und die Kenntnis anderer Kulturen." Mit dieser überraschenden Einsicht unterstrichen die Bildungsminister Europas ihren Beschluss zur Mobilität junger Menschen, der noch Ende des vergangenen Jahres verabschiedet wurde.

Der Europäische Bildungsrat hatte sich schon auf seiner Tagung im März 2008 das Ziel gesetzt, die Hemmnisse für eine "fünfte Grundfreiheit" zu beseitigen, die unter anderem eine verbesserte grenzüberschreitende Mobilität von Forschern sowie von Studierenden, Wissenschaftlern und Hochschullehrkräften bewirken soll. Er stellte nicht nur fest, dass die Mobilität junger Menschen in Europa "ein maßgebliches Instrument darstellt, das es ermöglicht, ein Gefühl der Zugehörigkeit zu Europa zu prägen" sondern auch, interkulturelle Kompetenzen zu fördern. Damit gehen auch die Bildungsministerinnen und -minister inzwischen von eriner persönlichkeitsstärkenden Wirkung von Austausch und Begegnungen aus, und beurteilen den Auslandsaufenthalt nicht mehr nur unter dem Gesichtspunkt des fachlichen Wettbewerbsvorteils.

Ausgehend von einem Bericht des Hochrangigen Experten-Forums zur Mobilität, den die Europäische Kommission im Juni 2008 veröffentlicht hatte, stellten die Bildungsminister eher ernüchtert fest, dass das ERASMUS-Programm sich zwar als Erfolg erwiesen hat, dass aber die Mobilität auch bei Studenten noch zu oft die Ausnahme ist. Nur 4% der europäischen Studierenden haben einen Studienaufenthalt im Ausland absolviert und nur eine von fünf Bildungseinrichtungen in Europa bietet ihren Studierenden ein Erasmus-Programm an. "Es besteht ein anhaltendes Ungleichgewicht der Mobilität je nach Bereich und Art der Ausbildung, Fachrichtung, Land und sozialem Umfeld, insbesondere aufgrund fehlender Informationen, finanzieller Schwierigkeiten und der unzureichenden Anerkennung von im Ausland absolvierten Ausbildungsphasen", heißt es dazu im Beschluss.

Mit neuem Schwung verlangen die Bildungsminister daher, dass durch eine "ehrgeizige und sektorenübergreifende Mobilitätspolitik in Europa (...) bei den jungen Menschen der Wunsch nach Mobilität geweckt und das Ziel verfolgt werden, dass ein Aufenthalt in einem anderen europäischen Land im Rahmen der Mobilität schrittweise zur allgemeinen Regel wird, und es müssen angemessene Finanzmittel hierfür bereitgestellt werden." Ein Ziel für die Zeit nach 2013 ist es daher, dass jeder junge Mensch während des Studiums, der Ausbildung, in Form eines Berufspraktikums oder im Rahmen von Freiwilligendiensten die Möglichkeit haben soll, auf die eine oder andere Weise an einem Mobilitätsprogramm teilzunehmen. Vielleicht wäre es ein guter Tipp, neben solchen ausbildungsbezogenen Mobilitätsangeboten auch die persönlichkeitsfördernden Maßnahmen im Rahmen von JUGEND IN AKTION zu nutzen, aber wo BildungsministerInnen sind, fehlen oft die JugendministerInnen.

Dokumente

  • Zur Mobilität junger Menschen

    Schlussfolgerungen des Rates und der im Rat vereinigten Vertreter der Regierungen der Mitgliedstaaten vom 21. November 2008, 16206/08
    Dieses PDF-Dokument mit dem Dateinamen "mobil_beschluss.pdf" ist 148,15 kB groß.
  • Making learning mobility an opportunity for all

    Reoprt of the High Level Expert Forum on Mobility, Juni 2008
    Dieses PDF-Dokument mit dem Dateinamen "mobilityreport_en.pdf" ist 160,5 kB groß.