13.05.2005Soziale Integration

Mit der Toleranz gegenüber anderen Kulturen ist es nicht weit her

Die Europäische Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit (EUMC), eine in Wien ansässige EU-Agentur, veröffentlichte einen neuen Bericht über Einstellungen gegenüber Migranten und Minderheiten innerhalb der EU.

via EUMC und EU-Nachrichten Nr. 11

Europa wird zwar immer vielfältiger, aber mit der Toleranz gegenüber anderen Kulturen ist es nicht weit her. Zu diesem Befund kommt die Beobachtungsstelle zu Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in Europa (EUMC). In ihrem Auftrag befragte ein niederländisches Forscherteam 1.000 Europäer je EU-Mitgliedstaat und Kandidatenland über einen Zeitraum von 1997 bis 2003 hinweg zu ihren Einstellungen gegenüber Minderheiten und Migranten.

Danach hatte die Hälfte der Befragten im Jahr 2003 eine kritische Einstellung gegenüber Einwanderern - seit 1997 etwa gleichbleibend. In Griechenland und Ungarn waren es gar über 85 Prozent. Deutschland lag mit 43 Prozent etwas unter dem Durchschnitt. 60 Prozent der Befragten in den damals 15 EU-Mitgliedsländern waren der Meinung, die Multikulturalität habe Grenzen - eine deutliche Zunahme gegenüber 1997. Andererseits zeigt sich ein Unterschied zwischen Fern- und Nahbild, denn 79 Prozent geben an, im persönlichen Umgang mit Migranten und Minderheiten keine

Probleme zu haben.

Die Direktorin des EUMC, Beate Winkler, betonte zur Interpretation der Zahlen: “Ablehnende Haltungen münden nicht zwingend in diskriminierendes oder rassistisches Verhalten.” Die Ergebnisse unterstrichen allerdings, wie wichtig interkulturelle und gemeinschaftsfördernde Initiativen sowohl der EU als auch der Mitgliedstaaten seien. Winkler hob in diesem Zusammenhang die Bedeutung des Bildungswesens hervor. Die Analyse zeige einen direkten Zusammenhang zwischen Bildungsniveau und Einstellungen gegenüber Einwanderern und Migranten. Unter den Jugendlichen, die bereits im Alter von 14 Jahren die Schulausbildung abschließen, sind fremdenfeindliche Einstellungen deutlich häufiger anzutreffen als bei 22-Jährigen Hochschulabsolventen.

Den kompletten Bericht finden Sie unter http://www.eumc.eu.int

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