15.06.2010Youth on the Move

Meinungsbildung: EP-Intergroup Jugend beschäftigte sich mit "Youth on the Move"

Die Intergroup Jugend des Europaparlaments diskutierte in ihrer 2. Sitzung im Mai die "Europa 2020-Strategie" im Hinblick auf die jugendpolitischen Implikationen.

Rund 60 Teilnehmende hatte die Gruppe, da neben sieben Parlamentariern etliche Mitarbeiter, Mitglieder des Ausschusses der Regionen, Vertreter von Organisationen der Zivilgesellschaft und Jugendorganisationen (Europäisches Jugendforum, Junge Europäische Föderalisten, Die Jungen Europäischen Grünen, die Jungen Europäischen Sozialisten, die Jugend der Europäischen Volkspartei und die Europäische Liberale Jugend) teilnahmen.

Jonathan Hill, Mitglied des Kabinetts von Kommissarin Vassiliou, betonte, dass die beiden wichtigsten Ziele der Kommission die Reduzierung der Schulabbrecherquote und die Erhöhung der Zahl von Höherqualifizierten sei. Die Beschäftigungsfähigkeit der Jugendlichen stünde im Zentrum der Politik. In seiner Präsentation der "Youth on the Move"-Initiative nannte er fünf Punkte als Prioritäten der Kommission:

  • Die Erhöhung der Mobilität und der Nutzung von Mobilitätsprogrammen für alle Jugendlichen (das Stichwort ist "Demokratisierung" der Programme). Mobilität solle für alle ein "normaler Teil" der allgemeinen Bildung werden.
  • Die Verbesserung des Zugangs zu Informationen – vor allem zu Informationen im Hinblick auf Mobilitätsmöglichkeiten, zum Beispiel durch eine Internetplattform,
  • Die Förderung der Autonomie von Universitäten. Hier solle sich ein "Kultureller Wandel" vollziehen, indem Universitäten ihr Curriculum modernisieren und den Belangen der Studierenden anpassen sollen,
  • Die Ermutigung privater Investitionen in die Bildung und die Förderung einer engeren Zusammenarbeit zwischen Bildungseinrichtungen und Unternehmen. Von solchen Initiativen verspricht man sich eine Beitrag zur Anpassung der Bildungsergebnisse an die Bedürfnisse der Wirtschaft und damit eine bessere Passfähigkeit für den Arbeitsmarkt.
  • Die Förderung beruflicher Bildung, auch hier in der Abstimmung mit der Universitätsausbildung.
Hill verriet auch Einiges über konkrete Maßnahmen, die "Youth on the Move" bringen soll. So stellt man sich die Einführung eines "Fähigkeiten-Pass" vor, der von Unternehmen, Universitäten, öffentlichen Stellen anerkannt werden soll und mit dem auch informell erworbene Erfahrungen bescheinigt werden könnten. Außerdem sei ein europäisches Ranking von Universitäten vorgesehen, das sich daran ausrichtet, welche Hochschulen "nur" auf die Forschung fokussieren und welche "größere Perspektiven" böten. Auch die Intensität der Zusammenarbeit mit dem privaten Sektor soll Bestandteil des Rankings sein.

Die lebhafte Diskussion der Intergroup bezog sich unter anderem auf die Anerkennung nicht-formal und informell erworbener Kompetenzen und die Verbesserung der Arbeitsbedingungen von jungen Menschen. Einige der anwesenden Organisationen fragten nach der Sicherung der Autonomie junger Menschen und nach der Förderung von Bürgerschaftlichen Initiativen. Auch wurde Sorge über eine angemessene Förderung der Jugendpolitik geäußert und angemahnt, dass für eine Umsetzung die europäische Politik sowohl Experten aus dem Bildungsbereich als auch die Betroffenen einbeziehen misse.

Die Intergroup, die mit ihren Treffen eine Politikressort übergreifenden Meinungsbildung fördern möchte, hat sich für ihre nächsten sieben Treffen bis Ende des Jahres drei Themen vorgenommen: Die Zukunft des Erasmus-Programms, das auf Auszubildenden ausgeweitet werden soll, das Thema "Jugenderwerbstätigkeit" sowie "Jugendpolitik und der Europäische Sozialfonds".