Mehr Verständnis für die Jugend: Nationaler Beirat begrüßt Entschließung des Rates

Mehr Programmevaluation, mehr Wissen über Lernzusammenhänge, mehr Vernetzung, mehr Politikgestaltung: Die Entschließung des Europäischen Rates, "für ein besseres Verständnis und eine bessere Kenntnis der Jugendlichen" zu sorgen, brachte den Nationalen Beirat auf konkrete Umsetzungsideen.

via Nationaler Beirat

Der Beirat für das EU-Aktionsprogramm JUGEND beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend begrüßte die Entschließung des Rates "über gemeinsame Zielsetzungen für ein besseres Verständnis und eine bessere Kenntnis der Jugendlichen" vom 16.11.2004.

Damit die Jugendpolitik den Bedürfnissen und Erwartungen der jungen Menschen gerecht werden kann, müsse sie auf optimalen Kenntnissen und optimalem Verständnis der Jugend sowie auf bewährten Verfahren aufbauen. Durch Austausch, Dialog und Netzwerke solle der Aufbau eines kohärenten, relevanten und qualitativen Wissensraumes in der Jugendpolitik in Europa gefördert werden.

Der Beirat empfiehlt daher eine grundlegende Untersuchung des Programms JUGEND durchzuführen sowie – darauf aufbauend - eine jährliche Begleitforschung des neuen Programms JUGEND in Aktion zu installieren. Im Rahmen der jährlichen Begleitforschung könnten spezifische Schwerpunktsetzungen vorgenommen werden, die sich mit den Prioritärbereichen der Jugendpolitik beschäftigen. Auf diese Weise gäbe es regelmäßig und systematisch Daten zur Umsetzung, Wirkung und Zielerreichung des Programms, die so bisher nicht vorliegen und als Ansatzpunkte für die Entscheidungsträger im jugendpolitischen Bereich nutzbar wären. Im Kontext des Europäischen Pakts für die Jugend erscheine vor allem eine Frage von besonderem Untersuchungsinteresse: Inwieweit können bürgerschaftliches Engagement und internationale Jugendarbeit einen potentiellen Beitrag zur Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit junger Menschen leisten?

Unterstützenswert seien auch nationale und europäische Netzwerke zwischen Entscheidungsträgern, Jugendforschungseinrichtungen sowie Jugendlichen und ihren Organisationen. Diese seien im Prinzip noch nicht vorhanden und deshalb gezielt zu unterstützen. Auch der Nationale Beirat JUGEND selbst solle als Netzwerk stärker genutzt und ausgebaut werden.

Die offene Methode der Koordinierung im Jugendbereich sei noch weitgehend unbekannt. Hier empfiehlt der Beirat Untersuchungen, um eine fundierte Basis zu gewinnen, auf der eine zielgerichtete Beratung der Politikgestaltung stattfinden kann. Die offene Methode der Koordinierung sei vor allem auf nationaler Ebene zu diskutieren und Fragen nach Synergieeffekten und Dezentralisierung im Hinblick auf die beteiligten Träger, Arbeitsstrukturen und Personen zu klären.

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