Lost Generation: EU-Beschäftigungssausschuss stellt Studie zur Jugendarbeitslosigkeit vor

Der Bericht fast die Probleme und die Maßnahmen der Mitgliedstaaten zur Arbeitslosigkeit zusammen.

Im Februar 2010 untersuchte die Ad-Hoc-Gruppe des Beschäftigungsausschusses (EMCO) die arbeitsmarktpolitischen Konzepte der Mitgliedstaaten zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit. Einen Schwerpunkt bildeten dabei Maßnahmen zur Bewältigung der Wirtschafts- und Finanzkrise. Der Bericht mit den Ergebnissen wurde nun unter dem Titel „Policies to support youth“ veröffentlicht.

Die Resultate der Analyse wie auch die Schlussfolgerungen sind wenig überraschend. Einmal mehr wird festgestellt, dass die Jugendarbeitslosigkeit ein EU-weites, teilweise dramatisches Problem darstellt. Der Anteil der Jugendarbeitslosigkeit ist im Schnitt zwei bis drei mal höher als der Anteil der Erwerbstätigen unter der erwachsenen Bevölkerung und seit 2005 sogar – im Zuge der Finanzkrise – zwischen 14,7 % und 20,6 % gestiegen. Allerdings sind die einzelnen Mitgliedstaaten in sehr unterschiedlichem Maß davon betroffen. Als besonders heikel wird der Übergang von der Schule in den Beruf identifiziert, weshalb etliche Mitgliedstaten hier Innovationen probieren, die beispielsweise das Ausbildungssystem attraktiver machen sollen. Die Berufschancen von geringqualifizierten Jugendlichen und Schulabbrechern sowie die Diskrepanz zwischen Ausbildung und Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt sind weitere zentrale Probleme, die die Studie benennt. 

Viele Mitgliedstaaten reagieren mit gezielten Maßnahmen auf diese Entwicklung. Qualitätsstandards für Bildungsmaßnahmen, neue Curricula, eine bessere Lehrerausbildung und spezielle Anreize für Jugendliche, an Bildungs- und Ausbildungsmaßnahmen teilzunehmen, sind einige davon, teilweise finanziert aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF). Eine Bewertung über die Reichweiten dieser Maßnahmen enthält der Bericht nicht; nur eine Mahnung: Ein weicher Übergang von der Schule in die Arbeitswelt sei von zentraler Bedeutung - sonst riskiere man eine „lost Generation“.

Hintergrund

Der Beschäftigungsausschuss ist ein vertragsbasierter Ausschuss, der durch einen Beschluss des Rates im Januar 2000 offiziell eingerichtet wurde. Er spielt eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Europäischen Beschäftigungsstrategie. Der Beschäftigungsausschuss bereitet die alljährlich im Herbst stattfindenden Beratungen des Beschäftigungspakets (Beschäftigungspolitische Leitlinien, Gemeinsamer Beschäftigungsbericht und Empfehlungen zur Durchführung der nationalen Beschäftigungspolitiken) im Rat vor. Außerdem formuliert der Ausschuss auf Antrag des Rates, der Kommission oder auf eigene Initiative Stellungnahmen und Beiträge.  Die Ad-hoc-Gruppe unterstützt den Beschäftigungsausschuss bei der Förderung der Koordination zwischen den Mitgliedstaaten in der Beschäftigungs- und Arbeitsmarktpolitik.

Dokumente

  • Policies to support youth

    Ad Hoc Group report on the 2010 thematic review [part 1], Report endorsed by EMCO on 24 November 2010
    Dieses PDF-Dokument mit dem Dateinamen "110121_Youth_Thematic_Review_finfin[1].pdf" ist 303,42 kB groß.

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