Leitlinien für beschäftigungspolitische Maßnahmen der Mitgliedstaaten: Die Förderung der Jugend soll´s bringen

Um im "Lissabonprozess" weiter voran zu kommen, sollen Leitlinien für beschäftigungspolitische Maßnahmen der Mitgliedstaaten die richtige Antwort auf die jüngsten Entwicklungen der europäischen Wirtschaft geben. Als zentrales Potenzial der europäischen Wirtschaft wird darin die Förderung der Jugend gepriesen.

via Europäische Kommission

Auf seiner Frühjahrstagung 2005 hatte der Europäische Rat die Kommission aufgefordert, für den Zeitraum 2005 bis 2008 Leitlinien für beschäftigungspolitische Maßnahmen der Mitgliedstaaten aufzustellen. Der nun vorliegende Vorschlag der Kommission stützt sich auf eine Strategie, die bei der relativ schwachen Wachstumsperformance und der unzureichenden Arbeitsplatzschaffung ansetzt.

Um die unstrittig vorhandenen Wettbewerbsvorteile der EU auszubauen, sei es unerlässlich, argumentiert die Kommission, dass man das Potenzial der Europäischen Union entschlossen und in vollem Umfang ausschöpfe und das Vertrauen der EU-Bürger stärke. Die Verwirklichung einer Wissensgesellschaft mit den sie tragenden Säulen Humankapital, Bildung, Forschung und Innovation sei der Schlüssel zur Steigerung des Wachstumspotenzials und zur Zukunftssicherung. Nachhaltiges Wachstum erfordere ferner eine stärkere demografische Dynamik, eine bessere soziale Integration und – wie vom Europäischen Rat mit der Verabschiedung des Europäischen Pakts für die Jugend zum Ausdruck gebracht – eine umfassendere Nutzung des Potenzials, das in der europäischen Jugend stecke. Als Beitrag zum lebenszyklusbasierten Ansatz in der Beschäftigung solle auch der Europäische Pakt für die Jugend umgesetzt werden.

So beschäftigt sich eine Leitlinie mit der Förderung eines "lebenszyklusbasierten Ansatzes in der Beschäftigungspolitik". Durch ihn sollen die Bemühungen verstärkt werden, jungen Menschen Beschäftigungspfade zu öffnen und die Jugendarbeitslosigkeit abzubauen. Es sollen geschlechtsspezifische Unterschiede in Beschäftigung, Arbeitslosigkeit und Entgelt konsequent beseitigt und eine bessere Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben angestrebt werden. In einer zweiten Leitlinie wird die Steigerung von "Investitionen in Humankapital" gefordert. Damit soll die Anzahl der frühzeitigen Schulabgänger erheblich reduziert werden und der Zugang zur Berufsbildung, zur Sekundarbildung und zur Hochschulbildung verbessert werden.

Die Leitlinien – wie die daraus abzuleitenden nationalen Programme – sollen nach der Vorstellung der Kommission für einen Zeitraum von drei Jahren festgelegt werden, um die für die Durchführung nötige Stabilität zu garantieren. Die nationalen Programme sollen dabei das Ergebnis einer Debatte auf nationaler Ebene mit den zuständigen parlamentarischen Instanzen, den Sozialpartnern und den Bürgern sein – eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass alle Akteure sich diese Programme zu Eigen machen.

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