„Kreativität ist die Quelle von Innovation“ – Jugend-, Bildungs- und Kulturminister zum Europäischen Jahr 2009

2009 soll das Europäische Jahr der Kreativität und Innovation werden. Der Rat für Jugend, Bildung und Kultur möchte es vor allem im Bildungsbereich umsetzen.

via Rat der Europäischen Union

Der Rat für Jugend, Bildung und Kultur hat auf seiner Sitzung im Mai 2008 den Beschlussentwurf des Europäischen Parlaments und des Europäischen Rates, 2009 zum Europäischen Jahr der Kreativität und Innovation zu machen, diskutiert und eigene Vorstellungen für dessen Ausgestaltung angemeldet. Ein Europäisches Jahr der Kreativität und Innovation sei ein effektiver Weg, um die Herausforderungen Europas bezüglich der öffentlichen Aufmerksamkeit aufzunehmen, Informationen zu verbreiten und gute Praxis und Forschung bekannt zu machen. Das Europäische Jahr soll Kreativität durch Lebenslanges Lernen bewerben, als Motor der Innovation und Schlüsselfaktor für die Entwicklung von persönlichen, Unternehmer- und Sozialkompetenzen und für das Wohlergehen aller in der Gesellschaft herausstellen.

Die Palette der thematischen Bezüge, die in der Diskussion genannt wurden, ist breit: Kreativität habe zu tun mit Neugierde und kritischem Denken, Risikobereitschaft und Problemlösungskompetenz, damit auch mit dem Erwerb von Wissen und Fähigkeiten, mit den Möglichkeiten, die neue Technologien und ihre Anwendung im Klassenraum bieten, mit der wichtigen Rolle von Lehrkräften, die innovative Ansätze und Kreativität im eigenen Unterrichten entwickeln sollten, mit der Notwendigkeit einer Öffnung der Schulen in Partnerschaft mit Eltern, Wirtschaft und Gemeinwesen und natürlich mit – auch auf europäischer Ebene – dem Wert von Peer-Aktivitäten und dem Austausch guter Praxis zwischen den Mitgliedstaaten.

Schließlich formulierten die Ministerinnen und Minister einen Beschluss, der eine ganze Liste von Empfehlungen enthält. Fokus der Überlegungen ist das Thema Bildung und die notwendigen innovativen Veränderungen der Bildungssysteme, vor allem der Schulen.

  • So müsste mehr getan werden, um die Öffnung von Schulen und die Qualifizierung von Lehrkräften als „Moderatoren“ voranzubringen.
  • Aber auch nicht-formales und informelles Lernen am Arbeitsplatz oder in der Freizeit sollte kreative und innovative Aspekte fördern. Dazu sollten beispielsweise Bildungs-Netzwerke und Partnerschaften, z.B. zwischen dem Kultur- und Bildungsbereich und unter Einbeziehung von Betroffenen und Gruppen der Zivilgesellschaft angeregt werden.
  • Kommission und Mitgliedstaaten sollten Kreativität und Innovation bei der europäischen Zusammenarbeit im Bereich von Bildung und Ausbildung fördern und diese auch als komplementär zu den Schlüsselkompetenzen für das Lebenslange Lernen verstehen.
  • Da die Kompetenz für Bildungspolitik nach wie vor bei den Mitgliedstaaten liegt, werden weiche Verfahren wie der Austausch guter Praxis empfohlen, aber auch die Berücksichtigung von Kreativität und Innovation bei der Formulierung einer neuen gemeinsamen Strategie im Bildungsbereich.
Finanziert werden sollen die Aktivitäten im Rahmen des Europäischen Jahres aus den bestehenden Programmen im Bereich Bildung und Ausbildung, besonders durch das Programm für das Lebenslange Lernen, aber auch die Programme für Unternehmensförderung, Kohäsion, Forschung und Informationsgesellschaft. Dazu hatte die Kommission im März einen Vorschlag unterbreitet.

Der Rat hofft nun auf eine schnelle Einigung, damit die Vorbreitungen rechtzeitig anlaufen können. Die erste Lesung des Parlaments steht allerdings noch aus.