Konsultation: „Ein Jahr ins Ausland zu gehen muss stärker als 'Gewinn' wahrgenommen werden..."

Freiwilligendienste im Ausland, Workcamps, multilaterale Jugendbegegnungen: Jedes Jahr engagieren sich Zehntausende junger Menschen in Europa freiwillig im internationalen Bereich - und ihre Zahl soll in den nächsten Jahren noch steigen.

Im Mittelpunkt dieser Konsultation im Rahmen des Strukturierten Dialogs stand die Frage, wie mehr junge Menschen motiviert werden können, als Freiwillige ins Ausland zu gehen. Wo gibt es Hindernisse? Wo besteht Verbesserungsbedarf für Projektträger, Politik und Gesellschaft?

Von November 2011 bis Januar 2012 waren Jugendliche und Jugendorganisationen in Deutschland aufgerufen, sich mit ihren Meinungen, Erfahrungen, Positionen und Vorschlägen zur Mobilität von jungen Freiwilligen
an dieser Konsultation zu beteiligen.

Die Konsultation lief vom 23. November 2011 bis 31. Januar 2012. Die Teilnahme stand allen Jugendlichen und Jugendgruppen, -organisationen, -initiativen, Schulklassen etc. offen. In einer ersten Konsultationsphase wurden bis zum 15. Januar 2012 Meinungen, Erfahrungen, Positionen und Vorschläge über das Online-Beteiligungstool für den Strukturierten Dialog gesammelt. In einer zweiten Konsultationsphase erhielten alle Teilnehmer die Möglichkeit, mittels einer Online- Abstimmung die gesammelten Beiträge nach ihrer Wichtigkeit zu bewerten.


Und die Ergebnisse

Viele der Konsultationsteilnehmer wünschen sich, dass freiwilliges Engagement im Ausland zur „Normalität" für alle jungen Menschen in Deutschland wird: „Jede und jeder sollte diese Erfahrung machen." Solange diese
Form des Engagements in der Gesellschaft jedoch nicht richtig gewürdigt werde, seien es „immer irgendwie Exoten, die so etwas machen."

Nach Ansicht der Konsultationsteilnehmer/-innen sollte deutlicher gemacht werden, dass es keine Zeitverschwendung sei, ins Ausland zu gehen. Der Nutzen sei höher als der Preis, etwas länger mit der Ausbildung zu brauchen. Die Angst vor Nachteilen bei der Ausbildung oder im Beruf sei bislang noch zu groß: „Ein Jahr ins Ausland zu gehen, muss stärker als ‚Gewinn' wahrgenommen werden, zumindest aber nicht als ‚Verplempern eines Jahres'."

Empfehlenswert: Peer-to-Peer-Information

Positiv bewerten die Konsultationsteilnehmer Infotage, die von ehemaligen Freiwilligen organisiert werden. Sie bieten ihrer Ansicht nach ein authentisches Bild von der Organisation, den Projekten und den verschiedenen
Diensten. Jugendliche fühlten sich am ehesten durch Gleichaltrige und über Mund-zu-Mund-Werbung angesprochen.

Alle Informationen zu den Konsultationsergebnissen finden Sie unter www.strukturierter-dialog.de.

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