Klimawandel: Der Rat möchte unternehmerische Kompetenz fördern

Es kam von ganz oben: Im Juni 2014 legte der Europäische Rat in seinen Schlussfolgerungen als Priorität für die nächsten fünf Jahre die Förderung „eines Klimas des Unternehmergeists und der Schaffung von Arbeitsplätzen“ fest. Dem folgte nun der Jugend- und Bildungsministerrat am 12. Dezember mit seinen „Schlussfolgerungen zur unternehmerischen Kompetenz in der allgemeinen und beruflichen Bildung“.

„Unternehmerische Kompetenz in der allgemeinen und beruflichen Bildung sollte das Ziel verfolgen, allen Lernenden ungeachtet ihres Geschlechts, ihres sozioökonomischen Hintergrunds oder ihrer besonderen Bedürfnisse die Qualifikationen und Fähigkeiten zu vermitteln, die erforderlich sind, um Unternehmergeist und unternehmerische Fähigkeiten zu entwickeln.“ Was der Jugend- und Bildungsministerrat auf seiner Tagung am 12. Dezember 2014 verabschiedete, basierte auf einer einfachen Rechnung: Da „sowohl Unternehmergeist als auch Bildung Prioritäten der Strategie Europa 2020 sind“ und „die Entwicklung von Unternehmergeist für die Bürger sowohl in ihrem Berufs- als auch in ihrem Privatleben von erheblichem Nutzen sein kann“, ist der lernplanüberspannende Auftrag klar.

„Zusätzlich zu Grundkompetenzen wie Lesen, Schreiben und Rechnen muss den Lernenden bereits in jungen Jahren ein Spektrum von Kompetenzen vermittelt werden, damit sie schrittweise ein unternehmerisches Denken entwickeln. Hierzu zählen beispielsweise Kreativität und Eigeninitiative, Interesse an der Lösung von Problemen und kritisches Denken, Entscheidungsfindung und Risikobereitschaft, Selbstdisziplin und Verantwortungsbewusstsein, Führungsqualität und Teamfähigkeit, Verständnis der gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Zusammenhänge sowie Sprachenkenntnisse und Überzeugungskraft“, heißt es in den Schlussfolgerungen des Rates.

Eine diesbezügliche Verbesserung des Klimas soll vor allem durch eine engere Zusammenarbeit von Bildungseinrichtungen mit Wirtschaftsunternehmen erreicht werden, durch „unternehmerische Lernprojekte“, durch bessere Beratung oder Anreize wie Wettbewerbe sowie durch eine gezielte Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonal oder Ausbildern. Dafür sollen unter anderem die Möglichkeiten ausgeschöpft werden, die Erasmus+ bei der Unterstützung von Bildung für unternehmerisches Denken bietet, beispielsweise durch die Ausweitung von Kooperationen zwischen Bildung und Wirtschaft in Wissensallianzen für die Hochschulbildung und in Allianzen für branchenspezifische Fertigkeiten für die berufliche Aus- und Weiterbildung.

Ob der frische Wind des Unternehmergeists auch die Jugendarbeit streift, bleibt offen. Allerdings wird die Kommission ersucht, „die erforderliche interne Koordinierung zu gewährleisten, damit alle Bereiche der allgemeinen und beruflichen Bildung in die Folgemaßnahmen zu diesen Schlussfolgerungen einbezogen werden“. Und etwas kryptisch wird gefordert, „den Mehrwert der Entwicklung eines Instruments auf europäischer Ebene zu erkunden, anhand dessen die Bürger selbst ihre unternehmerischen Kompetenzen messen können“.

(Dr. Helle Becker für JUGEND für Europa)

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