Klammheimliche Übersetzungshilfe: Cedefop veröffentlich neues Glossar zur Bildung

Als Grundlage einer „gemeinsamen Sprache für Qualität“ rühmt das Europäische Zentrum für die Förderung der Berufsbildung seine jüngste Publikation.

Ein gemeinsames Verständnis führt zu gegenseitigem Vertrauen. Das ist der Grundgedanke für das neue Glossar zur „Qualität in Bildung und Weiterbildung“, das die Cedefop, das Europäische Zentrum für die Förderung der Berufsbildung, herausgegeben hat.

Das Glossar ist eine erweiterte Neuauflage des Vorgängers „Quality in training – La qualité dans la formation“, das die Cedefop 2003 veröffentlichte. Inzwischen hat das Thema Bildungspolitik in der Europäischen Union und für die Mitgliedsländer einen anderen Stellenwert erhalten: Es wurden gemeinsame Instrumente geschaffen wie der Europäische  Qualifikationsrahmen oder das Europäische Leistungspunktesystem für die Berufsbildung ECVET.

Mit steigender politischer Relevanz und Nachfrage von Bildung und Weiterbildung ist aber auch der Dschungel der Terminologie, Begrifflichkeiten und Etiketten dichter geworden. Was ist unter „Ausbildung“ zu verstehen, was unter „Kompetenz“ „non-formalem“ oder „informellem“ Lernern? Das Glossar führt die Begriffe in alphabetischer Reihenfolge auf, gibt eine Definition des Sachverhalts, einen Kommentar und die Quelle der Information an. Allerdings fällt gerade beim letztgenannten Begriff auf, dass damit auch die Möglichkeit genutzt wird, klammheimliche Vereinheitlichung zu betreiben. Denn was unter „informellem Lernen“ oder gar „Kompetenz“ zu verstehen sei, wird im bildungstheoretischen Diskurs in Europa lebhaft diskutiert. Allerdings verschweigt die Cedefop auch nicht die eigentliche Intention der Veröffentlichung einer „gemeinsamen Sprache für Qualität“: Immerhin ist die Definition von Begriffen eine grundlegende Voraussetzung, um gemeinsame Qualitätsvorstellungen oder gar Standards zu kommunizieren und zu entwickeln.

Zunächst aber möchte das Glossar vor allem das gegenseitige Verständnis fördern. Leider tut es dies nur in englischer und französischer Sprache und das, obwohl es sich an alle „Forscher, Experten und alle, die an einer Verbesserung der Bildungsqualität arbeiten“, richtet.

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