30.05.2008Kinderrechte

Kindersicherheit im weltweiten Netz: EU-Jugendminister beschließen Maßnahmen

Der Jugendministerrat fordert die Förderung von Medienkompetenz und beschloss das Nachfolgeprogramm zu "Safer Internet Plus“ für einen sicheren Zugang ins Internet.

via Rat der Europäischen Union

Auf seiner Sitzung am 21.-22. Mai 2008 befasste sich der Jugendministerrat mit einer Forderung des Europäischen Parlaments zur Medienkompetenz. Das Parlament hatte Rat und Kommission gebeten, ein Programm zur Förderung der Medienkompetenz („media literacy“) zu entwickeln und zu implementieren, um eine aktive und kritische Bürgerschaft in Europa zu fördern. Die Kommission hatte daraufhin eine öffentliche Konsultation durchgeführt und eine Studie zu dem Thema („Aktuelle Trends und Ansätze zur Medienkompetenz in Europa“) in Auftrag gegeben. Außerdem hatte die Kommission in ihrer Mitteilung „Ein Europäischer Ansatz für Medienkompetenz im digitalen Kontext“ unter anderem mitgeteilt, dass sie eine weitere Studie vergeben möchte, die Kriterien und Indikatoren entwickeln soll, mit denen Levels von Medienkompetenz definiert werden sollen. Deren Ausschreibung läuft zurzeit; die Einreichungsfrist ist der 28. Juni 2008.

Der Rat der Jugendminister forderte nun die Kommission auf, die weiteren Entwicklungen zu beobachten und den Bedarf von politischen Maßnahmen auf europäischer Ebene auszuloten sowie das „Kontaktkomitee“, das im Rahmen der Audiovisual Media Services Directive eingerichtet wurde, als Forum zu nutzen, um Informationen und Beispiele guter Praxis auszutauschen.

Die Mitgliedstaaten forderten die Ministerinnen und Minister auf,

  • die Mitarbeit der zuständigen Behörden für das Thema Medienkompetenz anzuregen,
  • alle interessierten Akteure auf nationaler Ebene zu beteiligen, wenn es darum geht, Regularien, Leitlinien und freiwillige Selbstkontrollen einzuführen oder umzusetzen,
  • alle Beteiligten, besonders den Medien- und Internet-Sektor, eigene Beobachtungen und Untersuchungen zum Thema Medienkompetenz einzubringen,
  • Initiativen zu unterstützen, die die Aufmerksamkeit auf das Thema lenken, vor allem solche, die sich an junge Leute und ihre Eltern richten und Medien ebenso wie Jugendorganisationen einbeziehen,
  • und Medienkompetenz im Rahmen von Strategien zum Lebenslangen Lernen zu fördern, sowie das gegenseitige Lernen und den Austausch guter Praxis zwischen Lehrpersonal in diesem Bereich zu unterstützen.
Der Rat einigte sich außerdem auf ein mehrjähriges Programm für den Schutz von Kindern bei der Nutzung des Internets und anderen Kommunikationstechnologien. Für die Nachfolge des Programms „Safer Internet Plus“, das Ende des Jahres ausläuft, hatte die Kommission bereits im Februar 2008 einen Vorschlag vorgelegt. Das Programm soll den Kampf gegen illegale Inhalte und die Förderung einer sicheren Nutzung vor allem für Kinder weiter fortsetzen. Kinder, Eltern und Erzieher sollen über das Programm praktische Hilfen erhalten. Das Programm, das eine Laufzeit von fünf Jahren ab dem 1. Januar 2009 haben soll, hat ein Budget von 55 Mio. Euro. Die erste Lesung durch das Europäische Parlament wird für Oktober 2008 erwartet.

Informationen zum Thema Medienkompetenz, die Ergebnisse der Online-Konsultation sowie die Studie „Aktuelle Trends und Ansätze zur Medienkompetenz in Europa“ gibt es auf den Seiten der EU-Kommission.

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