30.09.2011Freiwilliges Engagement

Kapitalisierung: Europäische Kommission will ehrenamtliche Tätigkeit fördern

Die Europäische Kommission hat dargelegt, wie die ehrenamtliche Tätigkeit in der EU besser anerkannt und gefördert werden könnte.

„Freiwilliges Engagement schafft Human- und Sozialkapital. Es führt zu Eingliederung und Beschäftigung und ist ein Schlüsselfaktor zur Stärkung des sozialen Zusammenhalts.“ ... „Freiwillige tragen zur Gestaltung der europäischen Gesellschaft bei und diejenigen, die einer Freiwilligentätigkeit im Ausland nachgehen, unterstützen aktiv den Aufbau eines Europas der Bürgerinnen und Bürger.“

So beginnt die soeben veröffentlichte Miteilung der Kommission zu „EU-Politik und Freiwilligentätigkeit: Anerkennung und Förderung grenzüberschreitender Freiwilligenaktivitäten in der EU“, in der die Kommission unter anderem die Hindernisse für die Aufnahme einer ehrenamtlichen Tätigkeit insbesondere im Ausland herabsetzen will. Mit starkem Tobak („Freiwilligentätigkeit trägt direkt zur den Schlüsselzielen der EU-Politik bei.“) und vielen Zahlen weist die Kommission den Mehrwert von Freiwilligentätigkeit nach und zitiert u.a. das Ergebnis einer Studie der Johns-Hopkins-Universität (USA), dass der Freiwilligensektor bis zu 5 % zum Bruttoinlandsprodukt beitragen kann.

Wie wahr: „In Zeiten wirtschaftlicher Schwierigkeiten und von Sparmaßnahmen kann dies äußerst wichtig sein.“ Vor dem Hintergrund des laufenden Europäischen Jahres der Freiwilligentätigkeit verweist die Kommission ausdrücklich auf die Erfolge des Europäischen Freiwilligendienstes im Rahmen von JUGEND IN AKTION, der dieses Jahr sein 15-jähriges Bestehen feiert. Der Freiwilligentätigkeit Jugendlicher ist ein eigener Abschnitt gewidmet, in dem die Kommission ankündigt, die Mitgliedstaaten 2012 über die Umsetzung der EU-Strategie für die Jugend und der Empfehlung über die Mobilität junger Freiwilliger in Europa Bericht zu erstatten und auf dieser Grundlage Vorschläge für die weitere Entwicklung zu unterbreiten.

In der Mitteilung, übrigens das erste politische Dokument der EU, das erstmals ausschließlich der Freiwilligentätigkeit gewidmet ist, werden nationale Strategien angemahnt, die auf die Förderung der Freiwilligentätigkeit abzielen, wie Schulung, Urlaubsgeld, Sozialversicherung oder Anspruch auf Arbeitslosenunterstützung bei grenzüberschreitender Freiwilligentätigkeit. Organisationen, die auf Freiwilligkeit aufbauten, mangele es häufig an einer nachhaltigen Finanzierung; der Wettbewerb um verfügbare Mittel sei zudem schwierig, so die Kommission. Außerdem müsse man langfristige Bindungen zu fördern. Häufig stünden Freiwillige nur für Projekte mit kurzer Dauer zur Verfügung, während die Organisationen Menschen bräuchten, die sich langfristig verpflichten.

Ebenfalls auf nationaler Ebene sollen Forschung und Datensammlung zur Freiwilligentätigkeit angeregt werden. In diesem Kontext wird empfohlen, das Handbuch der IAO (Internationale Arbeitsorganisation) zur Messung der Freiwilligentätigkeit und das Handbuch der Vereinten Nationen zu gemeinnützigen Einrichtungen zu nutzen. Auf der Ebene der EU schlägt die Kommission u.a. für 2012 die Gründung eines Europäischen Freiwilligenkorps für humanitäre Hilfe vor. An einem entsprechenden Rechtsrahmen wird bereits gearbeitet. Einzelpersonen sollen die Möglichkeit erhalten, erworbene Fähigkeiten und Kompetenzen mittels eines Europäischen Qualifikationspasses nachzuweisen. Er soll auf den Europass aufbauen und Qualifikationen transparent und auf vergleichbare Weise erfassen. Parallel arbeitet die Kommission an einem Vorschlag für eine Empfehlung des Rates zur Validierung des nicht formalen und informellen Lernens, das die Dimension der Freiwilligentätigkeit einschließt. Zu guter Letzt verspricht die Kommission, „die Initiativen zur Förderung der grenzüberschreitenden Freiwilligentätigkeit im Kontext des Europäischen Jahres der Bürgerinnen und Bürger (2013) weiterzuverfolgen“.

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