"Junge Menschen nicht als Nebendarsteller betrachten": Europarat-Gipfel betont die Rolle der Jugend in Europa

In seiner Eröffnungsrede zum Gipfel des Europarats am 16.-17. Mai 2005 in Warschau rief der Generalsekretär des Europarats, Terry Davis, die jungen Menschen auf, ihre Rolle beim Aufbau eines neuen Europas wahrzunehmen. Der verabschiedete Aktionsplan sieht eine neue Europäische Jugendkampagne vor.

via Europarat

"Junge Menschen werden von Autoritäten zu oft als 'Bürger in spe' betrachtet", sagte Davis. "Wir im Europarat behandeln junge Menschen als Partner beim Aufbau eines neuen Europas“.

In seiner "Warschauer Erklärung" bekräftigt der Europarat dann auch die aktive Teilhabe der Bürger und der Zivilgesellschaft, vor allem der Jugendlichen, als Angelpunkt wirksamer Demokratie. Mit Bezug auf das "Europäische Jahr der Demokratieerziehung 2005" sollen die Bemühungen verstärkt werden, Jugendliche in die Lage zu versetzen, aktiv an demokratischen Abläufen teilzunehmen: "Wir werden die Jugendperspektive in alle Tätigkeiten des Europarates einfließen lassen." Außerdem will der Europarat seine Mitgliedsstaaten bei der Entwicklung nationaler und lokaler politischer Instrumente unterstützen sowie Jugendaustausch und Jugendmobilität innerhalb Europas aktiv fördern. Zur Förderung von Diversität und zur verstärkten Einbeziehung und Mitwirkung Jugendlicher an der Gesellschaft wurde eine europaweite Jugendkampagne im Geist der 1995er "Kampagne der europäischen Jugend gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und Intoleranz“ – "Alle anders – alle gleich" beschlossen.

Der unmittelbar vor dem Gipfeltreffen stattfindende Jugendgipfel hatte in seiner Schlusserklärung entsprechende Forderungen zusammengefasst. So solle der Europarat "in den jungen Menschen wichtige Mitarbeiter bei der Umsetzung seiner globalen Strategien sehen und sie nicht nur als Nebendarsteller betrachten" sowie "anerkennen, dass Teilnahme und aktive Staatsbürgerschaft heißt, das Recht, die Mittel, den Raum, die Gelegenheit und, wenn nötig, auch die Unterstützung zu haben, um an Entscheidungsprozessen teilzunehmen und diese zu beeinflussen und um Handlungen und Aktivitäten durchzuführen, die zur Schaffung einer besseren und gerechteren Gesellschaft beitragen." Dafür solle der Europarat ein Modell für institutionelle Zusammenarbeit entwickeln, das sektorübergreifende Jungendpolitikbewegungen mehr und mehr möglich macht und das einen Beitrag für die Stärkung der Beziehungen zwischen dem Europarat und der Europäischen Union darstellen könnte.

Der dritte Gipfel in der Geschichte des Europarats (nach 1993 in Wien und 1997 in Straßburg) fand in Polen statt, in dem Land, das zu diesem Zeitpunkt im Ministerkomitee den Vorsitz führt. Erstmals nahmen alle Staaten des europäischen Kontinents, mit Ausnahme von Belarus, teil. Deshalb sprachen Politiker vom „Gipfel der europäischen Einheit“.

In deutscher Sprache sind im Internet die "Warschauer Erklärung" sowie der Aktionsplan nachzulesen.

Die Schlusserklärung des 2. Europäischen Jugendgipfels des Europarats finden Sie hier.

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