Jugendstrategie für Deutschland gemeinsam entwickeln

Die Entwicklung einer gemeinsamen Jugendstrategie der Bundesregierung nimmt an Fahrt auf. Die Umsetzung europäischer Jugendpolitik wird dabei eine wichtige Rolle spielen. Im neu einberufenen Beirat zur Jugendstrategie ist auch Hans-Georg Wicke, Leiter von JUGEND für Europa, vertreten.

Der Koalitionsvertrag für die 19. Legislaturperiode schreibt vor, die "Eigenständige Jugendpolitik" weiterzuführen und eine gemeinsame Jugendstrategie der gesamten Bundesregierung zu entwickeln. Unter Federführung des Bundesjugendministeriums stimmt seit Oktober 2018 die Interministerielle Arbeitsgruppe (IMA) "Jugend" die Inhalte der Jugendstrategie ab und koordiniert die Zusammenarbeit aller Ministerien. Bis Herbst 2019 werden die Inhalte der Jugendstrategie und ein entsprechender Kabinettbeschluss erarbeitet. Zur Einbindung von Jugend und Zivilgesellschaft wird das Bundesjugendministerium nun zusätzlich durch den Beirat unterstützt. Auch junge Menschen sollen direkt einbezogen werden.

Vor diesem Hintergrund ist die strukturelle Verknüpfung der neuen EU-Jugendstrategie mit dem weiteren Prozess ein großer Erfolg für die Umsetzung europäischer Jugendpolitik in Deutschland. Zudem wird es hier auch eigenständige Formate insbesondere zur Einbindung von Bundesländern, Kommunen und Zivilgesellschaft geben.

Denn die neue Ausrichtung der EU-Jugendstrategie (siehe NEWS) ist auf dem Verständnis begründet, dass junge Menschen eine zukunftsrelevant gestaltende Rolle für die EU und ihre Mitgliedstaaten haben. Gleichzeitig wird gesehen, dass sie in der heutigen Zeit Anforderungen und teils komplexen Unsicherheiten - wie hohe Arbeitslosigkeit trotz guter Bildung, Digitalisierung, Fake News und antidemokratischen Tendenzen - gegenüberstehen, mit denen sie umgehen müssen. Die neue EU-Jugendstrategie soll deshalb die Jugend als auch die Jugendpolitik darin unterstützen, diese Herausforderungen positiv zu gestalten. Für die nächsten neun Jahre definiert die Entschließung des Rates Ziele, Arbeitsprinzipien, Schwerpunkte, Aktionsbereiche und Maßnahmen der europäischen jugendpolitischen Zusammenarbeit.

Die Umsetzung europäischer Jugendpolitik in Deutschland wird zeitlich mindestens zum Teil parallel zur Entwicklung der gemeinsamen Jugendstrategie der Bundesregierung verlaufen und thematische Überschneidungen aufweisen. Um die Prozesse kohärent zu gestalten wird sie daher regelmäßig auf der Tagesordnung der Interministerielle Arbeitsgruppe (IMA) „Jugend“ stehen.

Caren Marks, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesjugendministerin, hob die Bedeutung des Beirats für die Gemeinsame Jugendstrategie der Bundesregierung hervor: "Ohne die Einbindung zivilgesellschaftlicher Akteurinnen und Akteure und ohne junge Menschen und ihre Interessenvertretungen können wir keine wirklich gute oder wirkungsvolle Jugendstrategie entwickeln. Auch bei der Umsetzung einer solchen Strategie sind wir auf diejenigen angewiesen, die vor Ort mit Jugendlichen und für Jugendliche wirken. Deshalb stand für uns von vornherein fest, dass wir einen Ort schaffen müssen, in dem wir die Expertise von Jugend und Zivilgesellschaft, von Ländern und Kommunen bündeln können. Das ist uns mit diesem Beirat gelungen."

Das Vorhaben einer gemeinsamen Jugendstrategie der Bundesregierung fußt auf der "Eigenständigen Jugendpolitik", die das Bundesjugendministerium seit einigen Jahren verfolgt und mit der es die gemeinsamen Belange der 13 Millionen Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 12 und 27 Jahren sichtbar macht.

(JUGEND für Europa)

Kommentare

    Bislang gibt es zu diesem Beitrag noch keine Kommentare.

    Kommentar hinzufügen

    Wenn Sie sich einloggen, können Sie einen Kommentar verfassen.