"Jugendgarantie": Parlament drängt EU-Minister, entsprechende Programme vorzulegen

Die Abgeordneten des Europäischen Parlaments haben die Initiative der "Jugendgarantie"-Programme, die dafür sorgen soll, dass arbeitslosen Jugendlichen nach höchstens vier Monaten Arbeitslosigkeit eine Beschäftigung, Lehrstelle oder Weiterbildung angeboten wird, am Mittwoch nachdrücklich unterstützt.

In einer Entschließung riefen sie die EU-Arbeitsminister dazu auf, sich im Februar 2013 auf die Einführung der Programme in allen Mitgliedstaaten zu einigen.

"Wir wollen keine Schaffung von Arbeitsplätzen erzwingen, aber ein Instrument einführen, das jungen Menschen eine Chance gibt und mit dem wir verhindern können, dass eine verlorene Generation entsteht", sagte die Vorsitzende des Beschäftigungsausschusses Pervenche Berès in der Debatte am Montagabend. Die Entschließung wurde mit 546 Stimmen bei 96 Gegenstimmen und 28 Enthaltungen angenommen.

Jugendgarantie-Programme zielen darauf ab, allen jungen EU-Bürgern, rechtmäßig ansässigen Einwohnern der EU im Alter von bis zu 25 Jahren sowie Studienabgängern unter 30 Jahren eine Arbeitsstelle, eine weiterführende Ausbildung oder einen Ausbildungsplatz innerhalb von vier Monaten nach Verlust ihres Arbeitsplatzes anzubieten.

Einführung der Jugendgarantie in allen Mitgliedstaaten

Das Europäische Parlament hat solche Programme bereits zweimal gefordert und unterstützt nachdrücklich die Initiative der Kommission, eine Empfehlung des Rates zu Jugendgarantie-Programmen in allen EU-Ländern einzuführen.

EU-Finanzierung

Jugendgarantie-Programmen sollten durch die EU finanziert werden können, insbesondere durch den Europäischen Sozialfonds (ESF), dem daher mindestens 25% der Mittel der Strukturfonds zugeteilt werden sollten, so die Abgeordneten.

Das Parlament fordert die Kommission auf, insbesondere diejenigen Mitgliedstaaten bei der Einführung der Programme zu unterstützen, die sich in einer schwierigen finanziellen Lage befinden.

Jugendarbeitslosigkeit

Die Jugendarbeitslosigkeit in der EU belief sich im November 2012 im Durchschnitt auf 23,7%. Sie lag über 15 % in allen Ländern außer in Deutschland, Österreich, den Niederlanden und Dänemark, und über 30 % in Portugal, Italien, der Slowakei und Lettland. In Griechenland und Spanien ist die Hälfte aller jungen Menschen arbeitslos. In Deutschland liegt die Jugendarbeitslosigkeit bei 8,1 Prozent.

(Quelle: Europäisches Parlament)

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