Jetzt wird's aber kompliziert: Noch mehr Jugendpolitik - Europarat verabschiedete „Agenda 2020“

Jugendminister berieten in Kiew über die Zukunft der Jugendpolitik im Rahmen des Europarates - und wollen Standards festlegen.

via Europarat

Mit einer „Agenda 2020“ endete am 11. Oktober 2008 die 8. Konferenz der Europäischen Jugendministerinnen und -minister aus den 49 Vertragsstaaten zum Thema „Die Zukunft der Jugendpolitik des Europarates: AGENDA 2020” in Kiew. Die Schlusserklärung legt die Prioritäten im Jugendbereich für die kommenden zehn Jahre fest: Menschenrechte und Demokratie, Zusammenleben in unterschiedlichen Gesellschaften und soziale Integration der Jugendlichen sind die Schwerpunkte der Jugendpolitik des Europarates. Zu allen drei Punkten wurden Maßnahmen genannt. Die Jugendminister verpflichteten sich, die Erklärung bei der Entwicklung ihrer eigenen Jugendpolitik zu berücksichtigen und den Beitrag der Jugendlichen und Jugendorganisationen zur Umsetzung der in ihr enthaltenen Schwerpunkte auf lokaler, regionaler, nationaler und europäischer Ebene zu unterstützen. Darüber hinaus war man sich einig, den in Warschau 2005 verabschiedeten Aktionsplan weiterzuverfolgen, insbesondere die Jugend-Kampagne „Alle anders – alle gleich“ und das Programm „Aufbau eines Europas für Kinder und mit Kindern“.

Besonders hervorgehoben wurden die sektorübergreifende Dimension der Jugendpolitik und die Bedeutung der Miteinbeziehung junger Menschen bei der Erarbeitung, Umsetzung und den Folgemaßnahmen. Schon in ihrer Eröffnungsrede betonte die Stellvertretende Generalsekretärin, Maud de Boer-Buquicchio, dass die volle Integration der Jugend und der Jugendpolitik in alle Bereiche die Jugendarbeit und -politik auf dem ganzen Kontinent wiederbeleben und ihr wirklichen Auftrieb geben könnte. „Jugendpolitik kann und sollte nicht isoliert entwickelt werden. Sie ist unter anderem ein wesentlicher Bestandteil der Bildungs-, Sozial-, und Gesundheitspolitik”, sagte sie.

Da dies aber die Jugendminister nicht allein umsetzen können, empfehlen sie dem Ministerkomitee des Europarates handfeste Instrumente für die Umsetzung, unter anderem

  • zwischenstaatliche und internationale Zusammenarbeit bei der Entwicklung der Jugendpolitik mit besonderem
  • Schwerpunkt auf der Festlegung von Standards und der Unterstützung ihrer Umsetzung,
  • Dienstleistungen für Länder und ihre Regierungen, insbesondere durch internationale Bewertungen nationaler jugendpolitischer Programme und diesbezügliche Beratungsreisen
  • sowie das bewährte Co-Management als einzigartiger und wertvoller Kooperationsmechanismus für die Zusammenarbeit zwischen Regierungen und Jugendorganisationen.
Sie fordern das Ministerkomitee auf, den Jugendsektor des Europarates – auch finanziell - zu stärken und die Zusammenarbeit auf administrativer und politischer Ebene quer durch alle Politiken zu verbessern, damit die Jugenddimension bei der Definition und der Umsetzung der Aktionspläne berücksichtigt werden. Ergänzend wird eine Kommunikationsstrategie für die Wahrnehmung des Jugendsektors innerhalb dun außerhalb der Organisation angeregt. Außerdem soll die Partnerschaft mit der Europäischen Kommission im Jugendbereich weiter gepflegt werden. Folgerichtig war auch die Europäische Kommission in die Konferenz einbezogen. So sprach auch Pierre Mairesse, Direktor für Jugend, Sport und Bürgerschaft zur Eröffnung. Die Ergebnisse der vom Europäischen Jugendforum organisierten Jugendveranstaltung zum Thema der Ministerkonferenz wurden ebenfalls auf der Konferenz präsentiert. Sie bekräftigen den Einsatz des Europarates für die Förderung einer stärkeren Beteiligung junger Menschen durch sein System zur Mitbestimmung.

Die Europäische Konferenz der Jugendminister findet alle drei Jahre statt, um die langfristigen Prioritäten des Europarates im Jugendbereich festzulegen. Die Konferenz bietet Mitgliedsstaaten ein Forum, um die wichtigsten Probleme und Herausforderungen im Jugendsektor zu prüfen. Darüber hinaus ermöglicht sie direkte Kontakte zwischen Ministern.

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