Jetzt aber mal praktisch werden: EWSA macht Vorschläge zur Förderung der Mobilität junger Menschen in Europa

Im Vorfeld eines Grünbuchs zur grenzüberschreitenden Mobilität von jungen Menschen fordert der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) konkrete Maßnahmen statt einer Daueranalyse.

via Europäischer Wirtschafts- und Sozialausschuss

Auf seiner Plenartagung am 28./29. Mai 2008 hat der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) eine Sondierungsstellungnahme zum Thema "Praktische Modalitäten für die optimale Förderung der Mobilität junger Menschen in Europa" verabschiedet. Mit dieser Stellungnahme kommt der EWSA der Kommission zuvor, die für 2009 ein Grünbuch zur grenzüberschreitenden Mobilität von jungen Menschen angekündigt hat. In der Stellungnahme, für die Rodriguez Garcia-Caro (Gruppe I, Arbeitgeber, Spanien) als Berichterstatter verantwortlich zeichnet, wird betont, dass es in den letzten Jahren zahlreiche Untersuchungen zu Mobilitätshindernissen gegeben hätte. „Die Liste der festgestellten Probleme ist ebenso umfassend wie die Reihe der zu ihrer Lösung ergriffenen Maßnahmen“, heißt es. Jetzt ginge es nicht mehr darum, nach den Hindernissen für die Mobilität zu suchen und eine Liste von Fördermaßnahmen aufzustellen, sondern darum, das Problem von Grund auf anzugehen: „Das heißt, wir müssen uns fragen, was bereits unternommen worden ist und was noch zu tun ist. Außerdem müssen die Ergebnisse bewertet werden.“ Dafür fordert der Ausschuss eine Koordinationsgruppe, die Mitglieder der verschiedenen im Bereich der Mobilität tätigen Generaldirektionen der Kommission umfasst, um auf systematische Weise die Umsetzung der vorgeschlagenen Lösungen zu untersuchen. „Wir sind der Ansicht, dass es wichtiger ist, die Anstrengungen darauf zu konzentrieren, die bereits vorgeschlagenen Maßnahmen in die Praxis umzusetzen, als erneut Sachverständigengruppen zu bilden, die wieder die gleichen Hindernisse aufzeigen, die bereits beschrieben wurden und noch zu lösen sind.“

Die Kritik des Ausschusses zielt nach innen: Wir „haben wir in bestimmten Fällen auch festgestellt, dass die Bereitwilligkeit zur Lösung dieser Probleme nicht der Bedeutung entspricht, die die Beseitigung der administrativen oder juristischen Mobilitätshindernisse für die Bürger hat.“ Das hauptsächliche Hindernis für die Mobilität der jungen Europäer bestehe darin, dass die schon so häufig aufgezeigten Probleme nicht gelöst werden und die schon oftmals vorgeschlagenen Lösungsmaßnahmen nicht richtig koordiniert werden.

In den Empfehlungen des EWSA wird dazu aufgerufen, die rechtlichen und administrativen Hindernisse für die Mobilität zu beseitigen, Sprachbarrieren durch das Erlernen von mindestens zwei Sprachen zu verringern, die verschiedenen Formen der finanziellen Unterstützung zu fördern, indem die Übertragbarkeit von Stipendien erleichtert wird, und einen europäischen Raum der Qualifikationen zu fördern. Erforderlich sei es, die Situation verschiedener Zielgruppen zu unterscheiden. Der EWSA schlägt 10 Kategorien vor, darunter Jungeunternehmer oder junge Menschen, die unter sozialer Ausgrenzung leiden sowie junge Menschen, die eine Beschäftigung suchen, und junge Menschen in den ersten Jahren ihrer Beschäftigung. Nach Ansicht des EWSA können Mobilitätshemmnisse auch dadurch abgebaut werden, indem das Wissen über die verschiedenen Möglichkeiten verbreitet wird. Die Einbindung aller Interessengruppen in die Förderung der Mobilität junger Menschen und eine offensivere Durchführung der verschiedenen europäischen Maßnahmen in diesem Bereich könnten die Grundlage für eine deutliche Steigerung der Jugendmobilität sein.

Das Thema Mobilität junger Menschen in Europa war vom künftigen französischen Ratsvorsitz eingebracht worden, der dieses Thema offensichtlich prioritär behandeln will.

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