InterCITY-Konferenz in Leipzig: Von Europas Gemeinden lernen - Peer Learning in der lokalen Jugendpolitik

Rund 90 Vertreter von Kommunen, Trägern und Vereinen aus ganz Europa waren Mitte Oktober zu einer Konferenz nach Leipzig gekommen, um sich in Fragen der trans-lokalen Jugendpolitik auf den neuesten Stand zu bringen.

„Er hat schon einen entscheidenden Anteil daran, dass ich Jugendarbeit nicht mehr nur durch die lokale oder nationale Brille sehe, sondern vielmehr europäisch denke.“

Ein größeres Lob eines Konferenzteilnehmers hätte Lasse Siurala wahrscheinlich nicht mit nach Hause nehmen können. Der Generalsekretär des finnischen Netzwerks für städtische Jugendarbeit hatte das geschafft, was sich die Organisatoren (neben JUGEND für Europa das BFMSFJ und der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge) von ihrem Gastredner erhofft hatten. Motivation dafür zu schaffen, dass sich lokale Jugendpolitik auf europäischer Ebene endlich stärker vernetzt.

„Wir müssen dafür sorgen, dass solche Konferenzen nicht die Ausnahme, sondern die Regel sind“, sagte Lasse Siurala. „Wir müssen dringend voneinander lernen. Was ist da besser, als endlich ein europäisches Netzwerk für trans-lokale Jugendarbeit zu gründen (A European Network of Local Government Youth Work)?“

Der Vorschlag wurde auf der dreitägigen Konferenz jedenfalls schon intensiv diskutiert. Und geht es nach Siurala, könnten nach der Gründung des Netzwerks gleich die nächsten Schritte folgen: von der Erstellung einer effektiven Datenbank mit good-practice-Beispielen zur trans-lokalen Jugendpolitik, über das gemeinsame Initiieren von Leuchtturmprojekten bis hin zum regelmäßigen Austausch und Dialog mit europäischen Organisationen.

Wohin steuert die Jugendpolitik in den verschiedenen Gemeinden Europas? Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede gibt es auf lokaler Ebene? Und wie können Kommunen ihre jugendpolitischen Vorhaben mit regionalen und nationalen Entscheidungsträgern besser abstimmen und in Bezug auf Europa mehr von einander lernen?

Es waren auch solche Fragen, die Birgit Hasselbach, Stadtjugendreferentin in Ettlingen, dazu bewogen, sich bei der Konferenz anzumelden. Ihr Fazit: Alle Länder hätten derzeit Schwierigkeiten bei ihren Bemühungen um mehr Jugendteilhabe. „Die Probleme scheinen unabhängig von der Nation ähnlich zu sein. Es ist offensichtlich allgemein sehr schwer, Jugendliche für Politik zu begeistern und zum Mitmachen zu bewegen“, so Hasselbach.

Ein pessimistisches Resümee wollte sie dennoch nicht ziehen. Grund waren vor allem die internationalen Projektpräsentationen in den Workshops „Participation“, „Educational facilities in municipalities“, „Transitions“ und „Integration/ cultural diversity“.

Der Stadtjugendreferentin hatte vor allem ein Beispiel aus dem schwedischen Karlstad gefallen. Dort dürfen Jugendliche, die einem Jugendgremium wie dem Jugendrat angehören, nicht parteipolitisch tätig sein. „Im Hinblick darauf, dass wir in Ettlingen gerade fieberhaft dabei sind, einen neuen Jugendgemeinderat (wieder) ins Leben zu rufen, könnte ich mir diese Vorgabe auch gut vorstellen.“

Auch Robert France von der Europäischen Kommission, GD Bildung und Kultur, unterstrich die Bedeutung von jugendpolitischen Aktivitäten auf lokaler Ebene und deren länderübergreifenden Austausch. „Was in den Kommunen passiert, ist notwendig und wichtig. Die Vernetzung fördert auch die Mobilität von Jugendlichen, die wir uns in der Kommission so wünschen.“

(Quelle: JUGEND für Europa)

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