Hier wird´s konkret: Jugendminister pochen auf Maßnahmen für Chancengleichheit und Beteiligung

Vor allem der Europäische Pakt für die Jugend soll konsequent umgesetzt werden. Auch der Handlungsplan des Kölner Jugendevents sowie das EU-Programm JUGEND IN AKTION werden einbezogen.

via Rat der Europäischen Union

In einer Resolution "Gleiche Chancen und uneingeschränkte gesellschaftliche Beteiligung für alle jungen Menschen" beschloss der am 24. und 25.Mai 2007 tagende Rat der europäischen Jugendminister und Jugendministerinnen konkrete Maßnahmen. In sehr deutlicher Sprache und detailliert werden politische Strategien und Maßnahmen gegen die Bedingungen gefordert, die die "Partizipation von Jugendlichen an der Gesellschaft verhindern, ihre Möglichkeiten zur Ausübung ihrer bürgerlichen Rechte einschränken und im flagranten Widerspruch zum Grundsatz der Chancengleichheit stehen."

Unter "gleichen Chancen der gesellschaftliche Beteiligung" versteht der Rat "das Recht auf Zugang zu einer hochwertigen allgemeinen und beruflichen Bildung, Wohnraum, angemessenen Arbeitsbedingungen und zu allen einschlägigen Bereichen des sozialen Sicherungs- und/ oder Beschäftigungssystems (...) und das Recht auf Mitwirkung an den die Jugend betreffenden sozialen und politischen Diskussionen und Entscheidungsprozessen und nicht zuletzt das Recht auf eine gesunde Lebensweise und ein selbstbestimmtes Leben mit Freizeit, in der sie ihren eigenen Interessen nachgehen können."

Bei der Umsetzung bezieht sich der Rat unter anderem auf seine vier im Februar 2007 aufgestellten Kernprioritäten zur Umsetzung des Pakts sowie auf den anlässlich des vom deutschen Vorsitz veranstalteten Jugendevents im April 2007 in Köln erstellten Handlungsplans. Unter anderem sprachen die Ministerinnen und Minister sowie Kommissar Figel mit Repräsentanten des Römischen und Kölner Jugendevents sowie des Europäischen Jugendforums, jungen Leuten aus Deutschland, Frankreich, Slowenien und Finnland.

Die Resolution der JugendministerInnen verlangt unter anderem,

  • das Programm JUGEND IN AKTION voll zu nutzen und zahlreiche und umfangreiche Möglichkeiten des nicht formalen und informellen Lernens anzubieten, so dass so viele junge Menschen wie möglich die Chance erhalten, die Fertigkeiten und Kompetenzen zu erwerben, die für aktive Bürgerschaft, ein selbstbestimmtes Leben und eine gesunde Lebensweise erforderlich sind;
  • insbesondere Jugendlichen mit einem weniger privilegierten schulischen, sozio-ökonomischen, kulturellen und geographischen Hintergrund sowie Jugendlichen mit einer Behinderung den Zugang zu Programmaktivitäten zu ermöglichen;
  • die Möglichkeiten für nicht formales und informelles Lernen sowie für Freiwilligentätigkeit zu erweitern und die Anerkennung der so gewonnenen Ergebnisse und Erfahrungen zu verbessern;
  • junge Menschen einzuladen, sich an der Vorbereitung und Durchführung des Europäischen Jahrs des interkulturellen Dialogs 2008 zu beteiligen;
  • dass die Mitgliedstaaten als Teil der weiteren Umsetzung des Europäischen Pakts für die Jugend die Entwicklung lokaler und/oder regionaler Strategien fördern und den Belangen junger Menschen Vorrang einräumen, indem sie die sektorenübergreifende Zusammenarbeit zwischen Jugendpolitik und anderen wichtigen Politikbereichen (Bildungs-, Wirtschafts-, Beschäftigungs-, Familien-, Sozial-, Gesundheits-, Sport-, Kinderrechte-, Gleichstellungs-, Kultur- sowie Wohnungspolitik und regionale und örtliche Raumordnung) verstärken
  • und dass die Kommission die enge Zusammenarbeit der für jugendpolitisch relevante Politik zuständigen Dienststellen weiter ausbaut.

Außerdem ersucht der Rat die Kommission, Informationen über jugendpolitische Analysen zum Stand der Umsetzung des Europäischen Pakts vorzulegen, die im Rahmen der Bewertung der nationalen Reformprogramme regelmäßig durchgeführt werden.

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