Helden des Europäischen Dialogs: Schwedischer EU-Jugendevent verabschiedete „Key Messages“ zur Jugendstrategie

Die Beratungen zur erneuerten Jugendstrategie gingen auch für die Jugend-Vertreterinnen und Vertreter in die letzte Runde.

via Schwedische EU-Präsidentschaft

„Taking on the challenge” - die Herausforderung annehmen - ist das Motto der schwedischen EU-Ratspräsidentschaft. Die Herausforderung und die letzte Gelegenheit, den Europäischen Jugendministerinnen und Ministern vor ihrer Sitzung im November 2009 die Positionen der jungen Menschen in Europa mit auf den Beratungsweg zu geben, bot das obligatorische Jugendevent der EU-Präsidentschaft. Immerhin hat man sich in Schweden die Herbeiführung einer Entscheidung über den zukünftigen Rahmen der Zusammenarbeit der EU-Mitgliedstaaten im Jugendbereich ab 2010 auf die präsidialen Fahnen geschrieben.

Die „Konferenz über den zukünftigen Rahmen der Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten zu Jugendfragen“, die dieses Mal gemeinsam vom Nationalen Komitee der Schwedischen Jugendorganisationen (LSU) und dem Europäischen Jugendforum organisiert wurde, fand vom 12. bis 14. September in Stockholm statt. Dafür hatten sich die Schweden etwas Besonderes ausgedacht: Die ca. 100 Jugendvertreter waren nicht nur unter sich, sondern arbeiteten am 2. Tag mit den Generaldirektor(inn)en für Jugendfragen zusammen, deren Treffen parallel gelegt worden war. Tine Radinja, Präsidentin des Europäischen Jugendforums, begrüßte die Zusammenarbeit. Man habe lange dafür gekämpft, dass ein „Strukturierter Dialog“ keine künstliche Trennung zwischen jungen Menschen, Institutionen und Regierungen bedeuten müsse.

Die insgesamt 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer arbeiteten in 10 Workshops denn auch die ganze Bandbreite von jugendrelevanten Politikbereichen ab und verabschiedeten eine lange Liste von Key Messages zu den Themen Bildung, Beschäftigung und Unternehmertum, Anti-Diskriminierung, Gesundheit und Wohlbefinden, Partizipation, Jugend und die Welt, Fachkräfte der Jugendarbeit, Strukturierter Dialog, Europäischer Pakt für die Jugend, Besseres Wissen. Die meisten Botschaften bekräftigen, was schon in einschlägigen Resolutionen des Europäischen Jugendforums oder auf vorhergehenden Jugendevents gefordert wurde. Überraschend wenige Arbeitsgruppe beziehen sich direkt auf die Mitteilung der Kommission und die Erneuerung der Offenen Methode der Koordinierung.

Überwiegend neu aber sind die Ergebnisse der Arbeitsgruppe „Beschäftigung und Unternehmertum – Die kommenden Herausforderungen aufnehmen“, die zahlreiche konkrete Vorschläge zur Förderung jungen Unternehmertums durch die EU macht. Darüber hinaus wird eine Erneuerung des Pakts für die Jugend und ein transparentes Monitoring- und Evaluationsverfahren für dessen Umsetzung gefordert, (Arbeitsgruppe „Der Europäische Pakt für die Jugend – 2.0, neu und verbessert?“), mehr Wissen über „Partizipation“ und altersgemäße Bildungsangebote, auch formale Curricula, werden gefordert, um Partizipation zu erlernen (Arbeitsgruppe „Partizipation – Für bessere Entscheidungsverfahren“).

Die Arbeitsgruppe „Der Strukturierte Dialog – Zusammen dorthin kommen“ diskutierte einen Vorschlag der nächsten Präsidentschaftstrias (Spanien – Belgien – Ungarn), der erstmals auf der Konferenz vorlag. Unsicherheit spricht aus den Ergebnissen der Arbeitsgruppe „Besseres Wissen – Der Schlüssel zum Wandel“. So müssten für eine evidenzbasierte Jugendpolitik weitere Forschungsinstrumente herangezogen werden wie qualitative Forschung und Surveys, partizipative Forschung oder Trend Scouts. Indikatoren sollten Kriterien für diejenigen Bereiche liefern, die wirklich relevant für das Leben der Jugendlichen sind.

Interessant und zentral waren die Diskussionen der Arbeitsgruppe „Fachkräfte der Jugendarbeit“. Diese erörterte zunächst die unterschiedlichen Definitionen und Vorstellungen von „Jugendarbeit“ in den Mitgliedstaaten. Das ist dann auch gleich die erste Forderung: Die EU möge den Prozess, zu einem gemeinsamen Verständnis zu kommen, unterstützen. Dann könne man gemeinsam Schlüsselkompetenzen für Jugendarbeiter definieren, die von den Mitgliedstaaten anerkannt werden sollten. Der Youthpass solle auf alle Bereiche Jugendarbeit ausgedehnt werden, nicht nur im Programm JUGEND IN AKTION gültig sein, und überhaupt solle Jugendarbeit mehr Anerkennung erfahren. „Helden des Alltags“ hieß denn auch diese Arbeitsgruppe.

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