27.09.2017Europäisches Parlament

Gute Aussichten für den Jugendbereich in Erasmus+: Das Europäische Parlament verabschiedet eine ambitionierte Entschließung zur Zukunft des Programms

Am 13. September wurde in der Plenarsitzung in Straßburg zu einer mündlichen Anfrage von Petra Kammerevert, Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Bildung, debattiert. Noch am nächsten Tag verabschiedete das Europäische Parlament eine Entschließung zur Zukunft des Programms Erasmus+. Noch liegt dazu kein Vorschlag der EU-Kommission vor.

Das Parlament zeigt sich engagiert und stößt somit die Diskussion zum zukünftigen Programm an. In der Entschließung wird dem Jugendbereich und der nicht formalen und informellen Bildung viel Platz eingeräumt. Vor allem wird die Wirkung von JUGEND IN AKTION in der Förderung demokratischer Werte und des bürgerschaftlichen Engagements gewürdigt. Der Jugendbereich in Erasmus+ soll als fester und unumgänglicher Bestandteil des Programms verankert werden.

Einen höheren Stellenwert für die nicht formale und informelle Bildung in der Förderung von Schlüsselkompetenzen

Der Schwerpunkt bei Erasmus+ und seinem Folgeprogramm sollte laut Entschließung insbesondere auf lebenslangem Lernen und Mobilität liegen und die Programmteile sich auf alle Bildungsbereiche erstrecken. Fähigkeiten und Kompetenzen wie Selbstbewusstsein, Kreativität, Unternehmertum, Anpassungsfähigkeit, kritisches Denken, kommunikative Fähigkeiten, Arbeit im Team sowie die Fähigkeit, in einem multikulturellen Umfeld zu leben und zu arbeiten, sollten  in einer ausgewogenen Kombination des formalen, nicht formalen und informellen Lernens gefördert. So will das Parlament sicherstellen, dass das Programm umfassend zur Förderung demokratischer Werte, mehr Solidarität, des bürgerschaftlichen Engagements und der Integration von Migranten und geflüchteten Menschen im Hinblick auf einen umfassenden interkulturellen Dialog beiträgt.

Lernmobilität von Einzelpersonen als Motor für bürgerschaftliches Engagement in Europa

Das Parlament betont weiterhin, dass mit dem Programm Erasmus+ auch künftig Anreize für bürgerschaftliches Engagement, politische Bildung und interkulturelle Verständigung und für die Entstehung einer europäischen Identität geboten werden sollten. In allen Mobilitätsmaßnahmen, die über Erasmus+ gefördert werden, sollten den jungen Teilnehmern dafür den Mehrwert der europäischen Zusammenarbeit in den Bereichen allgemeine und berufliche Bildung sowie formales und nicht formales Lernen verdeutlicht werden.

In seiner Entschließung betont das Europäische Parlament darüber hinaus, dass Freiwilligendienste sowohl bürgerschaftliches Engagement als auch Beschäftigung fördern. Das Parlament plädiert für eine Einbindung der Mittelvergabe im Rahmen des Programms Erasmus+ in eine umfassendere politische Strategie, mit der darauf hingewirkt wird, in Europa ein Umfeld zu schaffen, das dem ehrenamtlichen Engagement förderlich ist. Hier weist das Parlament ausdrücklich darauf hin, dass bestehende Initiativen beibehalten und gestärkt werden sollten. Freiwilligendienste werden als Bestandteil eines zukünftigen Programms Erasmus+ gesehen.

Außerdem unterstreicht das Parlament die geografische Offenheit des Programms und fordert eine weitere enge Zusammenarbeit mit Partnerländern und dem Vereinigten Königreich.

Synergien zwischen der EU-Jugendstrategie und Erasmus+ JUGEND IN AKTION schaffen

Die Resolution betont ausdrücklich, dass Erasmus+ als ein wichtiges Instrument für eine bereichsübergreifende Strategie für die Jugend zu verstehen sei. Zu diesem Zweck müssten zudem insbesondere maßnahmenübergreifende Möglichkeiten und Synergien mit anderen Mitteln und Programmen der EU genutzt werden. Die anstehende Erneuerung des Rahmens für die jugendpolitische Zusammenarbeit böte eine ideale Möglichkeit, die Prioritäten des Erasmus+-Folgeprogramms auf die neue Jugendstrategie der EU und andere von der EU geförderte Programme abzustimmen.

Eine Aufstockung der Haushaltsmittel für Erasmus+ ist notwendig

Im Jugendbereich Erasmus+ JUGEND IN AKTION können in Deutschland nur knapp 54% der Anträge bewilligt werden. Grund dafür ist eine hohe Nachfrage, die durch begrenzte Mittel nicht gedeckt werden kann. Das Parlament weist darauf hin, dass diese Tatsache den Erfolg von Erasmus+ als Vorzeigeprogramm der EU gefährden könnte, vor allem angesichts des Zieles, ein Programm für allen jungen Menschen  zu sein. Angesichts dessen spricht sich das Parlament dafür aus, für den kommenden Programmplanungszeitraum zusätzliche Mittel in wesentlicher Höhe bereitzustellen, was sich in einer Aufstockung der Haushaltsmittel niederschlagen sollte.

Nicht zuletzt werden die Mitgliedstaaten, die Kommission und die einschlägigen Interessenträger aufgefordert für eine stärkere, öffentlichkeitswirksame Unterstützung von Erasmus+ zu sorgen.

Mit dieser Entschließung legt das Europäische Parlament den Grundstein für ein ambitioniertes Erasmus+ nach 2020, in dem der Jugendbereich eine tragende Rolle spielen sollte.

(JUGEND für Europa)

Dokumente

Die verabschiedete Entschließung des Europäischen Parlaments finden Sie hier.

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