Grenzüberschreitende Mobilität: Voraussetzung für mehr Internationales in Brandenburg

Brandenburg international handlungsfähiger, attraktiver und wettbewerbsfähiger zu machen ist das Ziel der Internationalisierungsstrategie der brandenburgischen Landesregierung vom April dieses Jahres. Ein Punkt ist die noch stärkere Förderung von Fremdsprachen und interkultureller Kompetenz bei Kindern und jungen Menschen.

Die Brandenburgische Strategie zeichnet sich insbesondere durch konkrete Ideen und Anregungen für das weitere Handeln in den vielfältigen europäischen und internationalen Netzwerken und Initiativen aus. Dabei sollen Schwerpunkte in drei Bereichen gesetzt werden:

  • Konzentration der Außenkontakte des Landes,
  • Stärkung der Handlungsfähigkeit Brandenburgs in internationalen Arbeitszusammenhängen,
  • Erhöhung der internationalen Attraktivität Brandenburgs.

Die Handlungsfähigkeit der Landesverwaltung soll verbessert werden, indem beispielsweise Internationalisierung von allen Ressorts als Führungsaufgabe behandelt wird. Internationales und Internationalisierung müsse als Querschnittsaufgabe angesehen werden und - unter Berücksichtigung der fachbezogenen Prioritäten - fest in den „Pflichtaufgaben“ der Ressorts verankert sein.

Die dafür notwendigen personellen und finanziellen Ressourcen müssten vorgehalten werden, so heißt es im Text der Strategie. Fremdsprachenkenntnisse und interkulturelle Kompetenz sollten nicht nur in der Zivilbevölkerung stärker gefördert werden, sondern auch für die Beschäftigten der Landesverwaltung in den Fokus rücken. Dazu gehört die Stärkung der „Europafähigkeit“ - einschließlich des Aspektes Mobilität - der Beschäftigten und der Ausbau der landeseigenen Qualifizierungsangebote und Fachveranstaltungen zu europapolitischen und international relevanten Themen. Dafür will sich das Land Brandenburg stärker als Antragsteller an europäisch oder national verwalteten EU-Programmen beteiligen, wie z.B. an Erasmus+.

Fremdsprachenkenntnisse, interkulturelle Kompetenz und internationale Mobilität werden auch im Schul- und Jugendbereich verstärkt Thema sein. Im Bereich der Schulbildung und der Hochschulbildung konnte Brandenburg nach eigenen Aussagen gute Ergebnisse erzielen. Im Rahmen der beruflichen Bildung werden existierende Möglichkeiten der grenzüberschreitenden Mobilität hingegen kaum wahrgenommen:
„In Brandenburg verfügen derzeit nur etwa zwei Prozent aller Auszubildenden über Auslandserfahrungen, die sie im Rahmen ihrer beruflichen Erstausbildung erworben haben. Dabei gehören in den zunehmend international werdenden Arbeitsfeldern und Arbeitsmärkten internationale Berufserfahrungen immer häufiger zum beruflichen Anforderungsprofil.“
Hier sollen ESF-Programme weiterhin fördernd eingesetzt werden.

Im Jugendbereich fanden im Jahr 2012 in Brandenburg weit über 600 öffentlich geförderte internationale Jugendbegegnungen (Schwerpunktländer: Polen, Frankreich, Russland sowie Israel) mit mehreren Tausend teilnehmenden Jugendlichen aus Brandenburg statt. Die Brandenburgische Strategie sieht vor, dies weiter auszudehnen. Die Umsetzung der EU-Jugendstrategie im Land Brandenburg wird als positiver Beitrag erwähnt; die Förderung grenzüberschreitender Mobilität von jungen Menschen habe durch sie einen deutlich stärkeren jugendpolitischen Stellenwert, sowohl auf der Landesebene als auch in den Kreisen und kreisfreien Städten, erhalten.

Um die internationale Mobilität gerade von Schülern und Jugendlichen weiter zu erhöhen, sollen

  • bestehende Kooperationen verstetigt und ausgebaut werden,
  • Rahmenbedingungen für Auslandsaufenthalte von Schülerinnen und Schülern, z.B. durch verbesserte Informationsangebote, verbessert werden,
  • Schülerbegegnungen und Jugendaustausch ausgeweitet werden, u.a. durch Bekanntmachen der existierenden EU-Programme (Erasmus+) gerade auch in den ländlichen und Berlin-fernen Regionen.

Auch die Idee der Mobilitätslotsen – in Kooperation mit den Eurodesk-Stellen im Land – wird aufgegriffen, um Werbung und Beratung vor Ort zu verbessern.

Brandenburg will für Fachkräfte, Studierende und weitere Austauschgruppen eine Willkommenskultur schaffen. Die Landesregierung wird prüfen, ob in der laufenden Förderperiode ESF-Mittel im Bereich der Qualifizierung von Fachkräften der Jugendhilfe genutzt werden können. Der Begriff der Willkommenskultur wird in der Internationalisierungsstrategie in einem umfassenden Sinne als ein Grundmerkmal eines weltoffenen Landes und der Wertschätzung von Vielfalt in der Gesellschaft benutzt. Die brandenburgische Willkommenskultur beinhaltet dabei, „die ortsansässige Bevölkerung dabei zu unterstützen, die gerade gegenüber Fremden häufig vorhandenen Unsicherheiten zu überwinden und die in Brandenburg neu ankommenden Menschen als willkommene neue Mitglieder im Betrieb, in der Nachbarschaft und in der Gemeinde anzunehmen“.

(JUGEND für Europa)

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