Gesundheit! Wellness für die Jugend

Die 27 für Jugend zuständigen EU-Minister haben auf ihrer Sitzung am 20. November 2008 eine Resolution zu „Gesundheit und Wohlbefinden junger Menschen“ beschlossen.

via Französische EU-Präsidentschaft

In der Präambel der Resolution machen die Jugendminister unmissverständlich deutlich, dass sie ihre eigenen Papiere beim Wort nehmen: Sie verweisen auf das Weißbuch Jugend, in dem das Thema „Gesundheit“ bereits eine Rolle spielt, und auf den „Europäischen Pakt für die Jugend“, der die ressortübergreifende Berücksichtigung jugendrelevanter Themen verlangt wird. Und Gesundheit, so die Minister, sei eine Grundvoraussetzung für die soziale Integration von Jugendlichen und für eine aktive Bürgerschaft.

Zwar sei die Gesundheit der Jugendlichen in der Europäischen Union durchaus zufriedenstellend, in bestimmten Feldern aber gebe es Handlungsbedarf: Ernährung, körperliche Betätigung, Alkoholmissbrauch, sexuelle und geistige Gesundheit seien solche Themen. So seien Präventionsmaßnahmen zur Verhinderung von sexuell übertragbaren Krankheiten, Alkohol- und Drogengebrauch, Rauchen, Adipositas, Gewalt, Spiel- oder Computersucht notwendig. Viele dieser Probleme, so stellen sie fest, hingen mit bestimmten Lebensbedingungen zusammen wie zum Beispiel Armut, Arbeitslosigkeit, Wohnprobleme oder Diskriminierung, aber auch das Geschlecht oder die familiäre Situation.

Gesundheit und das Wohlergehen junger Menschen sollten durch einen umfassenden und ressortübergreifenden Ansatz gefördert werden, vor allem im Bereich des öffentlichen Gesundheitssystems, im Bereich des formalen und nicht-formalen Lernens, Beschäftigung und soziale Teilhabe, Kindheit und Familie, Sport, kulturelle Aktivitäten, Forschung, Umwelt Medien und Verbraucherschutz. Schule und Jugendarbeit sollten die psychische Gesundheit junger Menschen fördern, insbesondere die Prävention von selbst zerstörerischen Verhaltensweisen und Selbstmord.

Dafür bedürfe es einer Partnerschaft von lokalen, regionalen, nationalen und europäischen politischen Maßnahmen, die auf einem breiten Netzwerk von formaler, nicht-formaler, informeller Bildung, Gesundheitsschutz, Partnern aus der Wirtschaft und dem Sozialbereich, vor allem Jugendorganisationen und den Medien, basieren. Die Mitgliedstaaten sollten daher einen ressortübergreifenden Ansatz realisieren, sie sollten junge Menschen in die Maßnamen einbeziehen, zum Beispiel über Peer-Learning-Maßnahmen, und Gesundheit und Wohlbefinden in Informations- und Medien-Programmen und Politik berücksichtigen. Alle jungen Menschen sollten Zugang zu Freizeitangeboten haben und zu kulturellen und körperlichen Aktivitäten. Außerdem sollten Jugendarbeiter und Nicht-Regierungs-Organisationen zu Gesundheitsthemen geschult werden, zum Beispiel in Diagnostik oder für frühe Interventionen.

Die Kommission wird „eingeladen“, die Jugenddimension bei allen Gesundheitsthemen zu berücksichtigen und dabei junge Menschen einzubeziehen. Kommission und Mitgliedstaaten zusammen sollten das Wissen und die Forschung in diesem Bereich forcieren und differenzieren in punkto Geschlecht, Alter, geografische und sozioökonomische Faktoren, sexuelle Orientierung oder Behinderungen. Auch in den europäischen Jugendbericht sollen Daten zur gesundheitlichen Situation der Jugend integriert werden. Außerdem soll ein Bewusstsein für gesundheitsgefährdende Faktoren geschaffen werden, Beispiele guter Praxis ausgetauscht und die Partnerschaft mit jungen Menschen und ihren Organisationen sowie mit Akteuren im Jugendbereich und der Zivilgesellschaft gestärkt werden. Na, und dann sollen noch die vorhandenen Fördermöglichkeiten ausgeschöpft werden, allen voran der Europäische Sozialfonds und JUGEND IN AKTION.

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