30.05.2011Bundesländer

Gelingensbedingung: Jugend- und Familienministerkonferenz fordert eigenständiges Jugendprogramm zur Umsetzung der EU-Jugendstrategie

Die JFMK zurrte die Schwerpunkte der Umsetzung in Deutschland fest.

Auch da war man sich also einig: „Das künftige EU-Jugendprogramm ab 2014 wird als Bedingung für das Gelingen der Umsetzung der EU-Jugendstrategie in Deutschland eingeschätzt. Die JFMK hält es für dringend erforderlich, bei der Neuordnung der Förderprogramme im Jugendbereich ab 2014 die Eigenständigkeit eines Jugendförderprogramms (Jugend in Aktion) sicherzustellen und stimmt der fachpolitischen Positionierung der Bundesregierung zu. Sie bittet den Bund, sich in den zuständigen EU-Gremien einzusetzen.“

Bevor die Konferenz der für die Kinder-, Jugend- und Familienpolitik zuständigen Ministerinnen und Minister, Senatorinnen und Senatoren der Länder diesen Beschluss verabschiedete, hatte sie den Bericht der Ad hoc AG der JFMK zum aktuellen Umsetzungsstand der EU-Jugendstrategie und der Arbeit der Bund-Länder-AG zur Kenntnis genommen. Der fasste die bisherigen Schritte zusammen. Die Arbeitstrukturen wurden mit Bildung einer gemeinsamen Bund-Länder-Arbeitsgruppe, eines Beirats zur Umsetzung der EU-Jugendstrategie, der Einrichtung einer Schnittstelle Bund – EU bei der Nationalagentur Jugend für Europa, der Koordinierungsstelle für den „Strukturierten Dialog“ sowie der Beautragung des Deutschen Jugendinstituts mit der wissenschaftlichen Begleitung etabliert.

Im Jahr 2010 und im Frühjahr 2011 klärten Länder und Bund Voraussetzungen und Rahmenbedingungen eines gemeinsam getragenen „Fahrplans“ zur Implementierung der EU-Jugendstrategie. So konkretisierten sie für die Umsetzung der drei Themenschwerpunkte:

  • Soziale Integration und gelingende Übergänge in Arbeit: Es wurde vereinbart, dass sich Bund und Länder bei Aktivitäten zur Umsetzung der EU-Jugendstrategie auf den „originären“ Zuständigkeitsbereich der Kinder- und Jugendhilfe gemäß § 13 SGB VIII konzentrieren.
  • Partizipation: Hier sollen unter anderem - unter der Beteiligung junger Menschen - sowohl Hindernisse als auch erfolgreiche, auf Nachhaltigkeit zielende Bedingungen und Faktoren zur Umsetzung der Beteiligung junger Menschen identifiziert werden. Dafür sollen Erfolgsfaktoren bestimmt werden.
  • Aufwertung und Anerkennung informeller und nichtformaler Bildung unter Wahrung der Standards und Konzepte der Jugendarbeit: Hier betonte der Bericht die „Sichtbarmachung der von den Trägern der Jugendarbeit angebotenen nichtformalen Bildungsangebote und informellen Lerngelegenheiten und ihrer Wirkungen“. Als ein erfolgversprechender Zugang wird die Qualifizierung von Fachkräften der Jugendarbeit angesehen. Sie sollen die Bildungsgehalte ihrer Arbeit (besser) spezifizieren und damit weiter entwickeln können und zugleich in die Lage versetzt werden, im Austausch mit den Jugendlichen die in den Angeboten erworbenen Kompetenzen der jungen Menschen „benennbar“ und damit sichtbar machen zu können (was seinen Niederschlag bspw. in entsprechenden „Engagement- und Kompetenznachweisen“ finden kann). Noch erheblichen Beratungs- und Erörterungsbedarf sieht die Bund-Länder-AG darin, zu spezifizieren, welche Kompetenzen und Fähigkeiten von jungen Menschen im Felde informellen Lernens und nichtformaler Bildungsgelegenheiten nachweislich erworben werden und mit welchen Instrumenten der Anerkennung sie angemessen beschrieben und mit Nutzen für die jungen Menschen nachgewiesen werden können.

Auf Länderebene sollen zahlreiche Aktivitäten die Umsetzung unterstützen, vor allem:  

  • Informations- und Beratungsangebote für kommunale Trägern und freie Träger der Jugendhilfe,
  • eine Stärkung des Jugendaustauschs und der internationalen Begegnung von jungen Menschen;
  • ggf. eine Anpassung der Förderinstrumente im Hinblick auf die vorgeschlagenen „Fahrplan“-Punkte, z.B. Landesprogramme zur Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit, Einflussnahme auf Landes- und Bundesprogramme, Förderrichtlinien und Schwerpunktsetzungen auf Landesebene;
  • Absicherung und Weiterentwicklung vorhandener Partizipationsangebote für junge Menschen auf kommunaler und Landesebene und thematische Erweiterung auf Fragen mit europapolitischer Bedeutung;
  • Qualifizierungsangebote für Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe und für Entscheidungsträger aus Verwaltungen, Trägern und Politik.

Außerdem begrüßt die JFMK, dass das Fachkräfteportal (www.jugendhilfeportal.de) in Kooperation mit der Nationalagentur JUGEND für Europa (www.jugendpoitikineuropa.de) und dem DBJR (www.strukturierter-dialog.de) „zeitnah prüft, wie unter den gegebenen Rahmenbedingungen und Vorraussetzungen eine unterstützende Informations- und Kommunikationsfunktion für die Umsetzung der EU-Jugendstrategie durch Bund und Länder bereitgestellt werden kann.“

Die genauen Aufgabenschwerpunkte und die zukünftige Arbeitsweise der Bund-Länder-Arbeitsgruppe sollen im Herbst 2011 vereinbart werden.

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