Frühlingserwachen: Lissabonner Bildungsziele nicht erreicht

Auch die Bildungsministerinnen und -minister möchten dem Gipfeltreffen etwas auf die Tagesordnung setzen: die Förderung von Bildung und Ausbildung im Rahmen der Lissabon-Strategie.

via Rat der Europäischen Union

Auf dem - kombiniert mit dem Treffen der Jugendministerinnen und -minister - am 14. Februar 2008 tagenden Bildungsrat berieten die zuständigen Ministerinnen und Minister der Mitgliedstaaten über den Fortschrittsbereicht der Kommission und des Europäischen Rates zur Umsetzung des Programms "Bildung und Ausbildung 2010": "Lebenslanges Lernen für Wissen, Kreativität und Innovation" (siehe auch NEWS).

Darin werden die Fortschritte in den einzelnen EU-Mitgliedstaaten nebeneinander gestellt und Erfolge und Defizite abgewogen. In einem begleitenden Arbeitspapier stellte die Kommission die Ergebnisse und ihre Schlussfolgerungen ausführlicher dar. Die Ergebnisse ähneln den Feststellungen, die die Kommission bereits in ihrem Jahresbericht 2007 über die Erreichung der Lissabon-Ziele im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung am 3. Oktober veröffentlicht hat (siehe NEWS).

Nach einer detaillierten Auflistung von Versäumnissen und nicht ereichten Benchmarks fasst der Bericht zusammen, dass die Offene Methode der Koordinierung im Bildungsbereich gestärkt werden müsse, um weitere Fortschritte zur Reform der Bildungssystem in Europa zu erreichen.

Das nahmen sich die Bildungsminister jetzt zu Herzen, nahmen den Bericht an und reichten die dort aufgelisteten Forderungen in einer Schlüsselbotschaft an die Staats- und Regierungschefs weiter. Danach sollte vor allem vier Themen Aufmerksamkeit gewidmet werden:

  1. der Umsetzung der Strategie des Lebenslangen Lernens durch die Mitgliedstaaten (dazu zählen Maßnahmen gegen den geringen Fortschritt in punkto Lesekompetenz bei Jugendlichen sowie die Reduktion der frühen Schulabbrüche, die Verbesserung der Bildungsabschlüsse von Migranten, die Förderung der Attraktivität des Lehrberufs für Abschlussbeste, der Anreiz für Erwachsene, Bildungs- und Ausbildungsangebote zu nutzen);
  2. dem „Wissensdreieck“ – Bildung, Forschung und Innovation -, wobei vor allem die wichtige Rolle von Bildung und Ausbildung bei der Entwicklung von Kreativität und Innovation betont wird;
  3. dem interkulturellen Dialog und die Bedeutung der Kompetenzen, die benötigt werden, sich in einem solchen Dialog zu engagieren;
  4. der transnationalen Mobilität, die inzwischen gemeinsame Praxis bei den höheren Bildungsabschlüssen geworden ist und weiterentwickelt werden sollte für das Feld der beruflichen Bildung und Ausbildung.
Dem Treffen der Staats- und Regierungschefs am 13.-14. März 2008 blüht dann wohl ein Frühlingserwachen in Sachen Jugend und Bildung.

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