27.09.2018Nicht formale Bildung

Fremdsprachliche Kompetenzen sind Teil der Persönlichkeitsbildung

Die EU will das Erlernen von Fremdsprachen bei jungen Menschen verstärkt fördern. Der Bundesrat unterstützt die Initiative grundsätzlich und weist auf die Bedeutung von nicht formaler und informeller Bildung für den Sprachenerwerb hin.

Bereits 2017 hatte die EU-Kommission ihr Konzept zur Schaffung eines Europäischen Bildungsraums 2025 vorgestellt. Der Vorschlag dazu wurde von Kommission am 17. November 2017 auf dem EU-Sozialgipfel in Göteborg präsentiert.

Fremdsprachliche Kompetenzen sollen bei der Schaffung eines europäischen Bildungsraums eine Schlüsselrolle spielen. Dementsprechend beschloss der Europäische Rat nach dem Gipfel in Göteborg das vermehrte Erlernen von Sprachen zu fördern, „sodass mehr junge Menschen neben ihrer Muttersprache mindestens zwei europäische Sprachen sprechen werden“. Der Europäische Rat forderte anschließend die Mitgliedstaaten und die Kommission dazu auf, die Agenda zum Bildungsraum 2025 weiterzuentwickeln. Im Mai 2018 stellte die EU-Kommission ihren Vorschlag  zu einem umfassenden Ansatz für das Lehren und Lernen von Sprachen vor.

In seiner Stellungnahme vom 10.09.2018 begrüßt der Bundesrat ausdrücklich das Anliegen, den Fremdsprachenerwerb in der EU zu fördern. Dies gelte insbesondere für den Ausbau der Lernmobilitäten im Rahmen des laufenden Programms Erasmus+ sowie seines Nachfolgeprogramms.

Die Bundesländer betonen, dass Sprache die Grundlage für die kognitive und soziale Persönlichkeitsentwicklung insbesondere junger Menschen sowie ihre Fähigkeit zu sinnhafter Weltaneignung bildet und sich die Vorteile multilingualer Kompetenzen positiv auf sämtliche Aspekte des Lebens und die gesamte Persönlichkeitsentwicklung auswirken. Eine verengte Sichtweise, die primär aus beschäftigungspolitischen Erwägungen heraus auf die Förderung der Wettbewerbsfähigkeit, das heißt der Arbeitnehmermobilität innerhalb der EU, abzielt, würde der Bedeutung des Anliegens nicht gerecht werden.

Die Bundesländer heben in ihrem Beschluss hervor, dass der Fremdsprachenerwerb nicht nur über die formale Bildung, sondern insbesondere auch über nonformale und informelle Bildung aktiv erfolgt. Aus diesem Grund ist die weitere Förderung von (internationaler) „Youth Work“ und (internationalen) Freiwilligentätigkeiten ein wichtiger Aspekt für einen umfassenden aktiven und modernen Fremdsprachenerwerb, der auch die Förderung interkultureller Kompetenzen beinhaltet. Vom Bundesrat wird deshalb begrüßt, dass auch weiterhin ein eigenständiges Jugendkapitel in Erasmus besteht und das Europäische Solidaritätskorps weiterentwickelt wird.

Den Beschluss finden Sie als PDF-Dokument auf den Internetseiten des Bundesrates.

Den Vorschlag für eine Empfehlung des Rates zu einem umfassenden Ansatz für das Lehren und Lernen von Sprachen finden Sie hier als PDF-Download

(JUGEND für Europa)

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