05.04.2007Freiwilliges Engagement

Freiwillig aktiv in Deutschland – Bundesregierung veröffentlicht Bericht

Die Bundesregierung hat verabredungsgemäß einen Bericht über die Situation und Entwicklung der freiwilligen Aktivitäten Jugendlicher in Deutschland bei der Kommission eingereicht.

via Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Der Bericht der Bundesregierung gibt einen Überblick über die Bandbreite der freiwilligen Aktivitäten von Jugendlichen und beantwortet gezielte Fragen nach den Entwicklungen und Defiziten. Die Mitgliedstaaten hatten sich im Zuge des Weißbuch-Prozesses und mit Beschluss der EU-JugendministerInnen vom 15.11.2004 verpflichtet, bis Ende Dezember 2006 zum dritten der gemeinsamen Ziele, den Freiwilligenaktivitäten junger Menschen, nationale Berichte zu verfassen.

Besonders hervorgehoben werden die Entwicklungen hin zu einer Erweiterung des Spektrums des Freiwilligen Sozialen Jahrs (FSJ) und des Freiwilligen Ökologischen Jahrs (FÖJ) um die Einsatzbereiche Sport, Kultur und Denkmalpflege. Auch die neu geschaffene Möglichkeit für anerkannte Kriegsdienstverweigerer, einen Freiwilligendienst zu absolvieren, werde immer stärker genutzt.

Neben FSJ und FÖJ werden einzelne, wegweisende Initiativen erwähnt wie beispielsweise das von JUGEND FÜR EUROPA entwickelte Projekt "EuroPeers". Junge Menschen, die selbst schon Erfahrungen im europäischen Kontext gemacht haben - vor allem im EFD - informieren andere Jugendliche über die bestehenden Möglichkeiten, sich in Europa freiwillig zu engagieren. Bislang wurden 119 EuroPeers in Deutschland geschult und ca. 10.000 Jugendliche zwischen 16 und 20 Jahren erreicht (www.europeers.de). Daneben werden unter anderen die "Generationsübergreifenden Freiwilligendienste" (GüF) genannt, die Lokalen Bündnisse für Familie, das Projekt "Kultur, Engagement, Kompetenz – Generationsoffene Freiwilligendienste in der Kultur" (>kek<) der Bundesvereinigung Kulturelle Jugendbildung e.V. (BKJ) oder das "Projekt P" von dem DBJR und der Bundeszentrale für politische Bildung.

Schwierigkeiten und Verbesserungsmöglichkeiten sieht der Bericht vor allem hinsichtlich der Information über Möglichkeiten des Freiwilligen Engagements und im Abbau von Zugangsbarrieren. So engagieren sich insbesondere die sozial gut integrierten Jugendlichen mit höheren Bildungsabschlüssen (43 Prozent der Jugendlichen mit hohem Bildungsabschluss, aber nur 22 Prozent mit niedrigem Bildungsabschluss). Junge Menschen im Alter zwischen 14 und 18 Jahren mit Hauptschulabschluss haben dagegen geringere Chancen im Bewerbungsverfahren um eine Einsatzstelle im Freiwilligendienst. Benachteiligten Jugendlichen, die sich engagieren wollen, fällt es auch schwer, Mitgliedsbeiträge für Vereine, Kosten für An- und Abreise zu den Einsatzorten, Teilnehmerbeiträge für Fortbildungsmaßnahmen etc. aufzubringen. Freiwilliges Engagement junger Menschen ist in den alten Bundesländern - hier ist nur jeder bzw. jede fünfte Jugendliche nicht engagiert - noch stärker ausgeprägt als in den neuen Bundesländern, wo es nur jede bzw. jeder dritte ist. Erfreulich ist jedoch, dass in den neuen Bundesländern deutlich mehr Jugendliche als in den alten die Bereitschaft äußern, eine freiwillige Tätigkeit zu übernehmen. Hier ist also ein hohes Potenzial engagierter Jugendlicher vorhanden.

Die Nachfrage nach Freiwilligendiensten im Ausland kann über das derzeitige Platzangebot nicht befriedigt werden. Im Schnitt kommen auf einen Platz ca. drei Bewerbungen. Und nach wie vor werden Freiwillige im Ausland auf Grund von Unklarheiten bezüglich ihres Status häufig als Arbeitnehmer bzw. Arbeitnehmerinnen eingestuft. Darüber hinaus kritisieren die Träger, dass die Kosten für die Sozialversicherungspflicht zu einer Erhöhung der ohnehin hohen Kosten eines Auslandsdienstes führen.

Über spezielle Instrumente soll etwas für die Anerkennung des freiwilligen Engagements getan werden. Die "JugendleiterInnencard“"JULEICA, die Dokumentation des freiwilligen Engagements im Schulzeugnis, die Nachweise International oder der Youthpass werden in diesem Zusammenhang genannt.

Dokumente

  • „Freiwillige Aktivitäten der Jugendlichen“ 2006

    Bericht der Bundesrepublik Deutschland an die Europäische Kommission
    Dieses PDF-Dokument mit dem Dateinamen "freiwillige-aktivit_C3_A4ten-der-jugendlichen,property=pdf,bereich=,rwb=true[1].pdf" ist 1,41 MB groß.