Fortschritt geht anders: Die Umsetzung der Bildungsziele lässt auf sich warten

Die Europäische Kommission hat den Entwurf des gemeinsamen Forschrittberichts 2010 über die Umsetzung des Arbeitsprogramms „Allgemeine und berufliche Bildung 2010“ vorgelegt. Er enthält nichts zur Vergleichbarkeit formalen, nicht-formalen und informellen Lernens.

via Europäische Kommission

„Die politische Zusammenarbeit auf europäischer Ebene in der allgemeinen und beruflichen Bildung hat seit 2002 die Bildungsreformen in den beteiligten Ländern maßgeblich vorangebracht und zur Ausweitung der europaweiten Mobilität von Lernenden und Berufstätigen beigetragen.“ So lautet das Grundsatzurteil der Kommission über den Stand der Umsetzungen des Arbeitsprogramms „Allgemeine und berufliche Bildung 2010“ in den Mitgliedsländern. Im Mai 2009 hatte der Rat einen Strategischen Rahmen für die europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung („ET 2020“) verabschiedet. Im vorliegenden vierten gemeinsamen Bericht werden die im Zeitraum 2007-2009 erzielten Fortschritte untersucht. Die Analyse stützt sich auf eine Auswertung der nationalen Berichte und die im Hinblick auf die festgelegten Indikatoren und Benchmarks erzielten Leistungen. Im Mittelpunkt des Berichts steht insbesondere die Umsetzung der Empfehlung zu Schlüsselkompetenzen aus dem Jahr 2006. Zugleich vermittelt der Bericht einen Überblick über die Entwicklung der nationalen Strategien für lebenslanges Lernen sowie über die Bemühungen zur Reform der allgemeinen und beruflichen Bildung.

Fortschritt geht allerdings etwas anders. So macht die Kommission drei "Herausforderungen" aus:

  1. Trotz einer allgemeinen Verbesserung der Leistungen der Bildungs- und Berufsbildungssysteme in der EU wird die Mehrzahl der für 2010 festgelegten Benchmarks nicht erreicht werden; bei der besonders wichtigen Benchmark zur Lesekompetenz sind die Leistungen sogar rückläufig. Um diese Benchmarks zu erfüllen, so der Bericht, müssten wirksamere Initiativen auf nationaler Ebene ergriffen werden.
  2. Zahlreiche Länder haben Reformen auf den Weg gebracht, bei denen die Schlüsselkompetenzen ausdrücklich als Bezugsrahmen dienen. Die Anpassung der Schulcurricula ist gut vorangekommen. Dagegen bleibt bei der Unterstützung der Kompetenzentwicklung von Lehrkräften, der Aktualisierung von Bewertungsmethoden und der Einführung neuer Organisationsformen für das Lernen noch viel zu tun. Eine besonders große Herausforderung ist es, dafür zu sorgen, dass innovative Methoden allen Lernenden zugute kommen, also auch benachteiligten Gruppen sowie Lernenden in der Berufs- und Erwachsenenbildung.
  3. Eine weitere Herausforderung besteht nach wie vor darin, lebenslanges Lernen innerhalb der formalen, nicht-formalen und informellen Bildung durchzusetzen und zugleich die Mobilität zu verstärken. Allgemeine und berufliche Bildung – einschließlich der Hochschulen – sollten offener werden und besser auf die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes und der Gesellschaft im Ganzen abgestimmt werden.
Diesen letzten Punkt kann sich die Kommission selbst vormerken, enthält der Bericht doch bis auf einige Bemerkungen zu den Weiterbildungssystemen kaum Aussagen über die an anderer Stelle viel beschworene Vergleichbarkeit formalen, nicht-formalen und informellen Lernens.

Dokumente

  • Schlüsselkompetenzen für eine Welt im Wandel

    Entwurf des gemeinsamen Fortschrittsberichts 2010 des Rates und der Kommission über die Umsetzung des Arbeitsprogramms „Allgemeine und berufliche Bildung 2010“
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