Europäisches Solidaritätskorps: Weitere Stellungnahmen aus der Zivilgesellschaft

In aktuellen Stellungnahmen äußern die Katholische Bundesarbeitsgemeinschaft Freiwilligendienste und das Europäische Jugendforum ihre Bedenken und Forderungen zur Einführung des Europäischen Solidaritätskorps.

Die Katholische Bundesarbeitsgemeinschaft Freiwilligendienste

begleitet die Einführung des Europäischen Solidaritätskorps (ESK) mit Skepsis, da Ihrer Meinung nach Grundvoraussetzungen zur Durchführung eines gelungenen Freiwilligendienstes in dem Entwurf der Gesetzesgrundlage derzeit noch keine Beachtung finden.

Positiv bemerken sie, dass mit der Initiative, die von höchster Ebene der EU-Kommission initiiert wurde, der großen Nachfrage von jungen Menschen nach einem Freiwilligendienst entsprochen werden könne und die Potenziale von Freiwilligendiensten durch die mediale Aufmerksamkeit für das neue Programm in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft sichtbarer würden.

Bei der Ausformulierung der Guideline und der Überarbeitung der Gesetzesgrundlage sollten u.a. folgende Anmerkungen Beachtung finden:

  • Die Koexistenz von nationalen Formaten der Mitgliedsstaaten muss nachhaltig gewährleistet werden. Dabei sind Doppelstrukturen zu vermeiden.
  • Die Ausgestaltung der Freiwilligendienste ist eine zivilgesellschaftliche Aufgabe. Die Rolle und die Aufgaben der Träger sind daher in der Gesetzesgrundlage zwingend zu verankern.
  • Die Altersgrenze zur Teilnahme am ESK sollte gesenkt werden, um bereits Jugendlichen ab dem Alter von 16 Jahren die Möglichkeit anzubieten im Anschluss an ihren Schulabschluss einen Freiwilligendienst zu leisten.
  • Die Vermischung von Freiwilligenarbeit und Beschäftigungsprojekten unter einem Dach sei nicht sachgemäß. Der Verzweckung des EU-Programms zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit erteilt die Kath. BAG FWD eine deutliche Absage.
  • Die Kath. BAG FWD fordert die Einbindung aller betroffenen Akteure in diesen politischen Prozess; andernfalls läuft die Initiative Gefahr nicht die erforderliche Akzeptanz auf Seiten der Beteiligten zu finden.
  • Der ESK darf nicht zu Lasten von Erasmus+ aufgebaut werden.

Zum vollständigen Text der Kath. BAG FWD

Das Europäische Jugendforum (EJF)

begrüßt ebenfalls grundsätzlich die Einrichtung eines ESK, weil es zusätzliche Möglichkeiten für Jugendliche böte, sich freiwillig zu engagieren und erste Berufserfahrungen in Europa zu machen. Als eines der wenigen konkreten Beispiele für sektorübergreifende Jugendpolitikgestaltung, habe das ESK das Potenzial, zum einen auf dem Erfolg des Europäischen Freiwilligendienstes aufzubauen und so zum anderen Jugendstrukturen und -organisationen in die Lage zu versetzen, mehr Jugendlichen als bisher eine europäische Lernerfahrung zu vermitteln.

Um dieses anspruchsvoll Ziel zu erreichen, fordert das EJF die Einbeziehung von jungen Menschen und Jugendordanisationen auf allen Ebenen bei der Einführung und der Kontrolle der Umsetzung des ESK. Es fordert außerdem die Einrichtung eines Co-Managements zusammen mit der EU-Kommission.

Weitere zentrale Forderungen sind:

  • Sicherstellung der Einbeziehungbenachteiligter Jugendlicher und eines einfachen Zugangs zum ESK;
  • Einbeziehung der Erasmus+ Programmländer und der Partnerländer von Anfang an;
  • Entwicklung eines europaweit koordinierten Herangehensweise bei der Politikentwicklung im Bereich "Freiwillige Engagement";
  • Begrenzung von Freiwilligen-Einsätzen im ESK auf nicht kommerzielle Organisationen, Stiftungen und gemeinnützige Unternehmen sowie die Einführung spezifischer Regelungen für den Förderbereich "Beschäftigung";
  • Sicherstellung der Verbindung zwischen ESK, Erasmus+ und der Umsetzung der EU-Jugendstrategie ab 2019;

Zum vollständigen Text des Europäischen Jugendforums

(JUGEND für Europa)

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