27.11.2018Nicht formale Bildung

Europäisches Solidaritätskorps ab 2021: Der EU-Jugendministerrat legt seine Position fest

Am 26. November 2018 hat der Rat seinen Standpunkt (partielle allgemeine Ausrichtung) zum Europäischen Solidaritätskorps ab 2021 festgelegt. Das Europäische Solidaritätskorps soll dann weiterhin Hunderttausenden junger Menschen die Möglichkeit bieten, sich überall in Europa bei solidarischen Tätigkeiten zum Wohle der Gesellschaft zu engagieren, als Freiwillige, Arbeitnehmer oder Praktikanten.

Bei der heutigen Einigung wurden die Haushaltsaspekte ausgespart, da die endgültigen Beträge vom Ergebnis der Beratungen über den nächsten mehrjähriger Finanzrahmen abhängen. Das Europäische Solidaritätskorps (ESK) wird für den Zeitraum 2021-2027 voraussichtlich ein eigenständiges Programm bleiben und damit auch nicht von den Haushalten für Erasmus+ und andere EU-Programme abhängen.

Wesentliche Bestandteile des Europäischen Solidaritätskorps ab 2021

Nach dem es vor dem Start des laufenden Programms (2018 - 2020) zum Teil kontroverse Verhandlungen zwischen Rat und Europäischem Parlament gegeben hatte, soll es für die nächste siebenjährige Umsetzungsphase keine wesentlichen Änderungen im Zuschnitt und in den Zielsetzungen des ESK geben:

  • Interessenten im Alter von 17 bis 30 Jahren sollen sich auf dem Portal des Europäischen Solidaritätskorps anmelden. Sofern sie mindestens 18 Jahre alt sind, können sie dann von registrierten Organisationen zur Teilnahme an Projekten eingeladen werden. Sie können auch nach offenen Stellen suchen, die die Organisationen im Portal ausschreiben.
  • Zu den geförderten Tätigkeiten zählen Freiwilligendienste, Praktika, Jobs und Solidaritätsprojekte junger Menschen.
  • Die Kohärenz und Komplementarität mit anderen einschlägigen politischen Maßnahmen, z.B. der EU-Jugendstrategie, und weiteren Jugendprogrammen der Union, insbesondere Erasmus+, sollte sichergestellt werden.
  • Insbesondere sollte sichergestellt werden, dass die vom Europäischen Solidaritätskorps unterstützten Tätigkeiten für alle jungen Menschen zugänglich sind, vor allem für die am stärksten benachteiligten.
  • Die zuvor eigenständige EU-Freiwilligeninitiative für humanitäre Hilfe wurde in das Europäische Solidaritätskorps integriert, das auf diese Weise ein neues Tätigkeitsfeld erhält: die Unterstützung humanitärer Hilfsmaßnahmen in Drittländern. Dies ermöglicht zusätzliche organisatorische Synergien und Kosteneinsparungen.Hintergrundinformationen. Dieser Bereich wird voraussichtlich zentral umgesetzt.
  • Das zur Verfügung stehende Förderbudget soll 86% der Mittel für Freiwilligentätigkeiten und Solidaritätsprojekte, 8% für Praktika oder Arbeitsstellen oder beide und höchstens 6% für Freiwilligentätigkeiten im Rahmen des EU-Freiwilligeninitiative für humanitäre Hilfe vorhalten.

Zum Hintergrund

Im September 2016 hatte Präsident Juncker das Europäische Solidaritätskorps in seiner Rede zur Lage der Union angekündigt. Die erste Phase wurde im Dezember 2016 eingeleitet, gefolgt von der aktuellen zweiten Phase für die Jahre 2018 bis 2020. Am 11. Juni 2018 hat die Europäische Kommission ein weiteres Programm für die dritte Phase des Europäischen Solidaritätskorps (2021 bis 2027) vorgeschlagen (siehe NEWS)

Die nächsten Schritte

Die vom Rat erzielte Einigung wird als Grundlage für die künftigen Verhandlungen mit dem Europäisches Parlament dienen (siehe NEWS). Der Haushalt des Europäischen Solidaritätskorps für die Jahre 2021 bis 2027 kann erst beschlossen werden, wenn Einvernehmen über den nächsten mehrjährigen Finanzrahmen besteht.

(Quelle: Rat der EU 693/18)

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