"Europäische Programme wie Erasmus+ sollten weiter ausgebaut werden“

Wie soll es weitergehen mit Erasmus+ JUGEND IN AKTION? JUGEND für Europa fragte Michael Georg Link, Staatsminister im Auswärtigen Amt a.D. und Vorsitzender des FDP-Bundesausschusses Internationale Politik.

JfE: Herr Link, wie bewerten Sie die Umsetzung von Erasmus+ JUGEND in AKTION? Wohin sollte sich Ihrer Meinung nach das Programm entwickeln?

Link: JUGEND IN AKTION ist eine tolle Initiative. Wir Freie Demokraten finden, dass europäische Austauschprogramme wie Erasmus+ weiter ausgebaut werden sollten, damit nicht nur Studierende in den Genuss des europäischen Austauschs kommen. Auch die Teilnahme von Auszubildenden und jungen Berufstätigen an europäischen Austauschprogrammen muss gefördert werden. Dazu bedarf es schon in den berufsbildenden Schulen einer verstärkten Aufklärung über vorhandene Programme.

JfE: Wie bewerten Sie das neu geplante Europäische Solidaritätskorps?

Link: Die Idee, Jugendlichen in ganz Europa zu ermöglichen, als Freiwillige Verantwortung zu übernehmen und ihnen zugleich Gelegenheit zu geben, wichtige Fähigkeiten wie interkulturelle Kompetenz und Sprachkenntnisse zu erlernen, finden wir Freie Demokraten hervorragend. Jetzt gilt es, bei der konkreten Ausgestaltung dafür zu sorgen, dass Parallelstrukturen zu bestehenden Initiativen vermieden werden können.

JfE: Wie kann die Europäische Bürgerschaft junger Menschen am besten gefördert werden?

Link: Wir Freie Demokraten fordern, Bildungsfreizügigkeit als neue Grundfreiheit einzuführen, um es jungen Menschen zu erleichtern, ihre Ausbildung in anderen Ländern der EU zu absolvieren. Denn neben der Verbreiterung des fachlichen Wissens trägt auch die Begegnung mit vielen Menschen aus den unterschiedlichen Staaten Europas zum gegenseitigen Vertrauen und einem europäischen Bewusstsein bei. So lernen wir, aus unserer Vielfalt die Kraft für eine gemeinsame Zukunft in Frieden und Wohlstand zu schöpfen. Die Geschichte lehrt uns, dass wir dies nicht als Selbstverständlichkeit hinnehmen dürfen.

JfE: Was werden Sie politisch tun, um mehr benachteiligten Jugendlichen eine Teilnahme an internationalen Maßnahmen zu ermöglichen?

Link: Hier gibt es in der Tat Nachholbedarf. Wichtige Schritte könnten die Vereinfachung und Flexibilisierung des Zugangs zu solchen Initiative sein. Darüber hinaus sollten Akteure aus der Wirtschaft besser eingebunden werden. Zuletzt sollte die gezielte Ansprache bestimmter Gruppen erfolgen, um eventuell bestehende Informationsdefizite auszugleichen. 

Das Interview führte Dr. Helle Becker im Auftrag von JUGEND für Europa
Foto: Dr.Helle Becker, Essen

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